Frankfurt am Main, 8. April 2019. Mit knapp 200.000 Euro (198.084 Euro) hat die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen im vorigen Jahr Selbsthilfeorganisationen auf Landesebene unterstützt. In 2019 hat die TK diese Mittel aufgestockt, sodass nun rund 209.000 Euro (209.230 Euro) für die Förderung von Projekten der Selbsthilfeorganisationen bereitstehen. "Die Stärkung der Selbsthilfe ist ein richtiger Schritt. Selbsthilfegruppen und -organisationen sind für viele Menschen eine wertvolle Unterstützung, um Krankheiten besser bewältigen zu können", so Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen.

Selbsthilfe geht auch digital

Digitale Projekte werden in der Selbsthilfe zunehmend wichtiger. "Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen können besonders von der technischen Entwicklung in der Medizin profitieren. Die Digitalisierung eröffnet Betroffenen viele Chancen, deutlich selbstbestimmter am sozialen, kulturellen und beruflichen Leben teilzunehmen", sagt Voß. Beispiele für solche digitalen Entwicklungen sind etwa Sprachassistenten, die blinden Menschen unterwegs Informationen zukommen lassen, oder eine barrierefreie Website, die es Menschen mit Einschränkungen erleichtert, sich zu informieren. 

Die TK hat im vergangenen Jahr u. a. das Projekt webcare.plus gefördert. Das Projekt der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e. V. ist ein Online-Selbsthilfeportal. Es unterstützt Menschen, die sich über virtuelle Welten sowie die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken der digitalen Welt informieren wollen. Die Website dient als Plattform für Menschen, die sich gezielt zum Thema Medienkonsum, Onlinespiele und Internet informieren möchten.

webcare.plus: vom Blog bis zum Webinar

Das Herzstück des Angebots ist der Blog. Darin finden sich Beiträge zu relevanten Themen der digitalen Medien, zum Beispiel: Social Media, Mobbing, digitale Balance. Die Gründe, aus denen sich Menschen über das Portal zu Medienthemen schlau machen wollen, sind vielfältig: Vom allgemeinen Interesse am Thema Medienkonsum, über den Wunsch sich zu informieren – weil ein Familienmitglied anscheinend zu viel Zeit im Internet verbringt – oder man geeignete Ansprechpartner zum Thema exzessiven Medienkonsum sucht.

Weiterhin bietet webcare.plus Webinare an, die zum direkten Austausch mit den jeweiligen Referenten anregen. Ein Beispiel dafür ist das Webinar "Mein Perfektes Ich in der digitalen Scheinwelt", zum Thema Selbstdarstellung im Internet. Es ist mit Nachbericht und Aufzeichnung noch abrufbar. Menschen, die den direkten Kontakt zu einer Fachstelle für Suchtprävention wünschen, finden überdies die richtigen Ansprechpartner vor Ort, an die sich Betroffene und Angehörige wenden können. webcare.plus ist auch auf Twitter, Facebook und YouTube erreichbar.

Gesundheitssystem braucht Selbsthilfe

Die analoge Welt wird durch die Digitalisierung dennoch nicht minder wichtig. Die Selbsthilfe nimmt aus Sicht der TK einen festen Platz im Gesundheitssystem ein. Sie ergänzt die professionelle Gesundheitsversorgung und stärkt die Ressourcen von chronisch kranken und behinderten Menschen und deren Angehörigen. Betroffene und Angehörige unterstützen sich gegenseitig in krankheitsbedingten, belastenden Lebenssituationen und bearbeiten innerhalb ihrer Organisationen unterschiedlichste Probleme. Aktuell sind in Hessen schätzungsweise 5.000 Selbsthilfegruppen zu fast jedem gesundheitlichen Themenbereich aktiv. Für die Selbsthilfe stellt die TK pro Versicherten 1,13 Euro zur Verfügung. Bundesweit beläuft sich die Selbsthilfeförderung der TK in 2019 auf rund elf Millionen Euro. 

Hinweis an die Redaktion

Informationen zu  Selbsthilfeförderung der TK in Hessen 
sowie zum Online-Portal webcare.plus