Wie denken Sie, die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung in Sachsen besser zu nutzen?

Simone Lang: Eine Ärztin oder einen Pfleger wird in Zukunft nichts ersetzen. Bei der Kommunikation und der Vernetzung, bspw. zwischen Krankenhaus, Ärzten und Apotheken gibt es viel Potential. Wir müssen es endlich schaffen, dass digitale Technologien auch in die Anwendung kommen - dafür brauchen wir v. a. die Akzeptanz bei Arzt und Patientin.
 
Was werden Sie in der kommenden Legislaturperiode zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung unternehmen?

Simone Lang: Neben gut finanzierten Krankenhäusern wollen wir v. a. unser Konzept "Poliklinik+" umsetzen. Dafür soll es gezielt Einrichtungs- und Betriebszuschüsse für Städte und Kommunen geben und "Aufbauhelfer", die beim Start unterstützen. Außerdem sollen die Studienkapazitäten, v. a. bei den Arztassistenten ausgebaut und Tandempraxen, für ein gutes Einarbeiten junger Ärztinnen und Ärzte, unterstützt werden.
 
Was erwarten Sie von den Krankenkassen? Welche Vorstellungen haben Sie von einem fairen Wettbewerb unter den Krankenkassen? 

Simone Lang: Wir alle müssen im Bereich der Prävention besser werden. Dazu zählt, dass wir nicht nur das schon vorhandene Geld besser in Präventionsprojekte bringen, sondern auch mehr Mut bei Modellprojekten haben. Im Kassenwettbewerb muss es für uns in der Finanzierung natürlich gerecht zugehen.

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Simone Lang (Bild: SPD Sachsen/ Julian Hoffmann)


Welche Maßnahmen wollen Sie für die zunehmende Zahl pflegebedürftiger Menschen in Sachsen umsetzen?

Simone Lang: Wir brauchen Sicherheit für die pflegebedürftigen Menschen, dass sie sich bedarfsgerechte Pflege auch leisten können und möglichst lang bei sich wohnen bleiben können. Die Pflegevollversicherung ist ein dringend nötiges, aber nicht schnell umsetzbares Projekt auf Bundesebene; kurzfristig müssen wir mit einem Pflegewohngeld zumindest in der stationären Pflege aushelfen. Für die Pflegekräfte, die das gesamte System auf ihren Schultern tragen, müssen wir an die Ausbildungsbedingungen und über einen flächendeckenden Tarifvertrag an die Arbeitsbedingungen ran, um so etwa bessere Bezahlung und verlässliche "Freizeit" bieten zu können.