Die 87. Gesundheitsministerkonferenz hat im Juni des vergangenen Jahres ein Eckpunktepapier entwickelt. Darin ist festgelegt, wie ein Sprachtest für Mediziner aussehen soll, damit das zertifizierte Sprachniveau tatsächlich gewährleistet ist.  Ob die "Eckpunkte zur Überprüfung der für die Berufsausübung erforderlichen Deutschkenntnisse in den akademischen Heilberufen" jedoch zum Tragen kommen, legt jedes Bundesland selbst fest. In Hessen sollen die Regelungen noch im Laufe des Jahres umgesetzt werden. Der im Eckpunktepapier beschriebene Sprachtest umfasst ein simuliertes Arzt-Patienten-Gespräch sowie ein Fachgespräch mit einem Angehörigen derselben Berufsgruppe. Außerdem muss der Prüfling ein Schriftstück verfassen, das einem Arztbrief entspricht.

Es zeigt sich dabei, ob sich der Bewerber mündlich und schriftlich in erforderlicher Weise ausdrücken kann und ob er den Gesprächen selbst gut folgen kann. Das Fachwissen des Antragstellers wird beim Test jedoch nicht geprüft. Es geht nur um die sprachlichen Fähigkeiten. Allerdings muss mindestens die Hälfte der Prüfer der Berufsgruppe des Prüflings angehören. Die Bescheinigung über den Sprachtest darf nicht älter als drei Jahre sein.

Unter bestimmten Voraussetzungen geht es auch ohne Sprachtest:

  1. Der antragstellende Mediziner hat mindestens zehn Jahre eine deutschsprachige allgemeinbildende Schule besucht und dort einen Abschluss erworben.
  2. Es wurde eine mindestens dreijährige Berufsausbildung in deutscher Sprache absolviert.

Sofern eine der beiden Bedingungen erfüllt wird, ist es nicht mehr nötig, den Sprachtest zu absolvieren.

  •   Eckpunktepapier der 87. GMK