Damit ausländische Mediziner in Deutschland praktizieren dürfen, müssen sie, neben der Berufsanerkennung, ein C1-Sprachzertifikat für die deutsche Sprache vorweisen. In Hessen prüft das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG), ob die vorgelegten Zertifikate ausreichen. Allerdings sieht nicht jedes C1- Sprachzertifikat auch vor, dass der Prüfling im Test ein Arzt-Patienten- bzw. Fachgespräch geführt hat. Somit zeigt das Zertifikat nicht unbedingt, ob der Antragsteller sprachlich tatsächlich gut auf die tägliche Praxis vorbereitet ist. Es hängt also davon ab, bei welchem Institut die Vorbereitung auf das Zertifikat erfolgt. Das HLPUG verweist seine Antragsteller, die wegen des fehlenden Sprachzertifikats noch keine Approbation erhalten, beispielsweise auf das Sprachinstitut "telc-Language Tests". Das Institut orientiert sich in seinen Sprachkursen bereits an den Anforderungen eines Eckpunktepapiers, das 2014 von der Gesundheitsministerkonferenz entwickelt wurde.

Erfolgreiche Absolventen der Prüfung Deutsch B2·C1 Medizin können

  • alles mühelos verstehen, was sie in der Ausübung ihres Berufs als Ärztin bzw. Arzt hören oder lesen,
  • Informationen, die sie im Krankenhaus erhalten, aufgreifen und zusammenfassen, um sie aufgaben- und zielorientiert weiterzuverarbeiten (Arztbrief, Anamnesegespräch, Anamneseprotokoll, Patientenvorstellung etc.), und
  • sie können sich spontan und flüssig sowohl im Gespräch mit Angehörigen als auch im Gespräch mit anderen Ärztinnen und Ärzten äußern und auch bei komplexeren Fachthemen feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen.

Die Teilnehmer zeigen somit ein Spektrum an Sprachkompetenz, das sie befähigt, als Mediziner in deutschen Krankenhäusern, Kliniken oder Praxen zu arbeiten.

Die Prüfung Deutsch B1·B2 Pflege fördert die Sprachkompetenz in Pflegeberufen. Die Absolventen erwerben die deutsche Sprache vorwiegend in den beruflichen Zusammenhängen der Alten- und Krankenpflege.

Nach Abschluss der Prüfung können diese Absolventen

  • mit Patienten, Ärzten, Kollegen und Angehörigen erfolgreich kommunizieren,
  • Dienstanweisungen, Pflegeanamnesen und Dialoge rund um die Pflege verstehen,
  • schriftliche Pflegedokumentationen klar und verständlich anfertigen,
  • rezeptive und produktive Kommunikation in Kranken- und Altenpflege führen,
  • Pflegedokumentation und Sachtexte über gewöhnliche alltags- oder berufsbezogene Themen aus dem Bereich der Alten- und Krankenpflege verstehen,
  • Rechtsvorschriften aus dem Bereich Alten- und Krankenpflege verstehen und
  • sich so verständigen, dass ein Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten möglich ist.