Am Ende wurde es überraschend deutlich: Mit 43,5 Prozent der Stimmen sicherte sich die SPD um Spitzenkandidatin Anke Rehlinger die absolute Mehrheit der Sitze im saarländischen Landesparlament und kann zukünftig ohne Koalitionspartner regieren. Zu diesem Ergebnis möchte ich der SPD und Frau Rehlinger auch an dieser Stelle ganz herzlich gratulieren. Was dieses Wahlergebnis genau für die politische Landschaft an der Saar bedeutet, erklärt Janek Böffel, Politikexperte beim Saarländischen Rundfunk, bei uns im Interview .

Große Aufgaben für neue Regierung - auch im Gesundheitswesen

Dass sich die SPD mit dem Erreichen der absoluten Mehrheit nun nicht auf die Suche nach einem Koalitionspartner begeben muss, eröffnet ihr neue Möglichkeiten. Kompromisse mit anderen Parteien bei der Erstellung eines Regierungsprogramms werden nicht notwendig sein. So ist davon auszugehen, dass sich die Regierungsarbeit der kommenden fünf Jahre eng am eigenen Regierungsprogramm orientieren wird. Gleichzeitig weckt dies aber auch Erwartungen, denn nicht zuletzt in der Gesundheitspolitik stehen wir auf Bundes- wie Landesebene vor großen Herausforderungen.

Stefan Groh

Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiter der TK-Landesvertretung Saarland

Dabei muss es um die Frage gehen, wie das Ziel einer guten, qualitativ hochwertigen und weiterhin bezahlbaren Gesundheitsversorgung am Ende der Legislatur in fünf Jahren erreicht werden kann. Auch vor dem Hintergrund der derzeit gesamtgesellschaftlich schwierigen Lage muss der Spagat zwischen der sich verschärfenden Situation der Kassenfinanzen und der Verbesserung der medizinischen Versorgung gelingen.

Wir als TK sind davon überzeugt, dass eine gute und zeitgemäße Versorgung möglich ist, ohne dass die Ausgaben immer weiter steigen. Dafür muss unser Gesundheitssystem effizienter werden. Das bedeutet auch, dass die Versorgung sektorenübergreifender und kooperativer, aber auch digitaler werden muss. Insbesondere die Kliniken im Land müssen sich weiter spezialisieren und die Struktur sich stärker am Bedarf der Patientinnen und Patienten und an Qualitätsmerkmalen orientieren. Dabei spielen auch Digitalisierung und Vernetzung eine wichtige Rolle - sowohl zwischen den Krankenhäusern als auch sektorenübergreifend und mit den Patientinnen und Patienten. Hier steht die künftige Landesregierung in der Pflicht, ihr Regierungsprogramm in der Gesundheitspolitik zu konkretisieren und ein klares Ziel für die kommenden fünf Jahre zu formulieren.

Gesundheitswesen aktiv gestalten

Wie mein Kollege Thomas Jochum bereits festgestellt hat, bestehen durchaus viele Schnittmengen zwischen den im Regierungsprogramm der SPD vertretenden Positionen und denen der TK in der Gesundheitspolitik - nicht zuletzt auch in den von mir bereits angesprochenen Themenfeldern. All das muss nun angegangen werden, um das Gesundheitswesen im Saarland weiterzuentwickeln und den Herausforderungen zu begegnen. Aus unserer Perspektive ist darüber hinaus spannend zu beobachten, wer als Nachfolger oder Nachfolgerin von Monika Bachmann das derzeitige Gesundheits- und Sozialministerium übernehmen wird. Doch egal, auf wen die Entscheidung letztlich fallen wird: Mein Team und ich freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit. Mit unserer Expertise werden wir uns gerne einbringen, um gemeinsam die medizinische Versorgung der Saarländerinnen und Saarländer zukunftssicher und qualitativ hochwertig zu gestalten.