Saarbrücken, 15. März 2022. Über 700.000 Saarländerinnen und Saarländer sind dazu aufgerufen, per Brief oder am 27. März in den Wahllokalen die neuen Abgeordneten des Landtags zu wählen.

Um ein Stimmungsbild zur Gesundheitspolitik und -versorgung zu erhalten, hat die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) im Januar 2022 eine repräsentative Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Einige Fragen drehten sich dabei auch um die stationäre Versorgung an der Saar. Schließlich kommt man beim Thema Gesundheitspolitik im Saarland aktuell nicht am Thema Krankenhausstruktur vorbei.

Das Votum der Befragten ist dabei eindeutig: Für eine anstehende Operation würden 92 Prozent eher eine für den Eingriff spezialisierte Klinik aufsuchen, die weiter entfernt ist, als eine nichtspezialisierte in Wohnortnähe.

Behand­lungs­qua­lität vor Wohn­ort­nähe

TK-Infografik: Behandlungsqualität im Saarland wichtiger als Wohnortnähe Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Menschen im Saarland ist die Behandlungsqualität wichtiger als die Wohnortnähe. Repräsentative Umfrage zur Landtagswahl 2022.

Krankenhausplanung muss angepasst werden

"Das unterstreicht, was wir schon seit Jahren beobachten. Im Krankheitsfall nutzen Patientinnen und Patienten eher die Spezialkliniken und nicht das kleine Krankenhaus vor Ort. Es ist wichtig, dass diese Entwicklung zukünftig auch in der Krankenhausplanung berücksichtigt wird", sagt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. "Wir brauchen dabei eine klare bedarfsorientierte Unterteilung in Grundversorger, Schwerpunktkliniken und Maximalversorger", so Groh weiter.

Die Umfrage ergab auch, auf wessen Meinung sich Patientinnen und Patienten im Saarland bei der Klinikwahl verlassen. Für 91 Prozent ist die Empfehlung des behandelnden Arztes beziehungsweise der behandelnden Ärztin wichtig oder sehr wichtig. Aber auch Daten spielen eine große Rolle: So gaben 90 Prozent an, die Zahl der Komplikationen in dem betreffenden Bereich sei für ihre Entscheidung wichtig. Genauso viele gaben an, dass die objektiv nachgewiesene Qualität der Behandlung für sie eine Rolle spielt. Auch die Zahl der durchgeführten Operationen (86 Prozent), die Serviceleistungen für Patientinnen und Patienten (64 Prozent) und die Empfehlung durch Freunde und Familie (59 Prozent) werden häufig genannt.

116117 nur sehr selten genutzt

In der Umfrage machten die Saarländerinnen und Saarländer zudem Angaben zum eigenen Verhalten bei plötzlichen Gesundheitsproblemen außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten. Jede und jeder Zweite suchte die Notaufnahme in einem Krankenhaus auf, weitere 26 Prozent riefen sogar den Krankenwagen. Die 116117, also die Nummer für den Bereitschaftsarzt oder die Bereitschaftsärztin, wählten nur 4 Prozent an. Das sind sogar deutlich weniger als die 9 Prozent, die gewartet haben, bis die Praxen wieder offen hatten.

Hinweis für die Redaktion

Für die Trendbefragung #GesundheitimFokus hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar 2022 im Saarland 300 Erwachsene repräsentativ befragt. Die Ergebnisse geben ein Stimmungsbild dazu, wie wichtig das Thema Gesundheitspolitik für die Wahlentscheidung zum neuen saarländischen Landtag ist, und wie zufrieden die Menschen mit dem Gesundheitswesen in ihrem Heimatbundesland sind.