Es ist Wahlkampf in Thüringen und damit auch immer die Zeit für branchenbezogene Rück- und Ausblicke. Dies gilt natürlich auch für die Gesundheitswirtschaft, deren immense Bedeutung für das Land gegenüber der Politik gar nicht oft genug betont werden kann. Wer den Freistaat Thüringen in den nächsten fünf Jahren regieren wird, wissen wir heute noch nicht. Wohin die Reise bei der Gestaltung der Gesundheitsversorgung im Land geht, lässt sich hingegen schon erahnen. 

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Guido Dressel

Viel Übereinstimmung

Bei der Frage nach künftigen gesundheitspolitischen Schwerpunkten wird in Wahlprogrammen, Diskussionen und diversen Veranstaltungen aktuell viel Übereinstimmung deutlich. Auch dort, wo man es zunächst gar nicht vermuten würde. In der Gesundheitspolitik werden die wirklich harten Auseinandersetzungen meist auf Bundesebene geführt. Im Land selbst gibt es diese dagegen kaum. Daher dürften Koalitionsverhandlungen in diesem Bereich daher relativ einfach sein. Das ist auch gut so. Politik kann und muss hier für breite Unterstützung sorgen. Egal, wer gerade regiert oder opponiert.

Pflege, Versorgungsstrukturen, Fachkräfteentwicklung

Dies betrifft in der Pflege eine attraktive Vergütung, Mindestpersonalvorgaben oder den notwendigen Ausbau von Unterstützungsstrukturen. Krankenhaus- und Gesundheitsstandorte müssen zukunftsfähig und bedarfsorientiert weiterentwickelt werden und sollen künftig insbesondere im ländlichen Raum sowie im Notdienst sektorenübergreifend arbeiten. Hinsichtlich der Fachkräfteentwicklung besteht weitgehend Konsens, dass sowohl beim Pflegekräfte-Zuzug aus dem Ausland wie auch beim Studienzugang und der Ausbildung angehender Ärzte der spezifische Bedarf in Thüringen noch stärker berücksichtigt werden muss.

Vernetzung fördern

Wahlkampfzeit ist aber auch immer Gelegenheit zum wechselseitigen Austausch von Erwartungen. Und auch hier herrscht viel Übereinstimmung. Während innerhalb der Branche der Wunsch nach einer stärkeren Vernetzung der Ministerien bei der Strukturplanung besteht und das Interesse an professionelleren Förder- und Unterstützungsstrukturen artikuliert wird, mahnt die Politik ihrerseits mehr sektorenübergreifende Initiativen der Beteiligten aus der Gesundheitswirtschaft heraus an.