Die Gastrednerin, Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml, sieht in den digitalen Zukunftstechnologien eine große Chance, die Versorgung der Patienten im Gesundheits- und Pflegebereich nachhaltig zu verbessern.

Sie betonte anlässlich des gesundheitspolitischen Forums der TK in München: "Wir müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen. Denn mithilfe von digitalen Technologien können wir die medizinische und pflegerische Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter verbessern. Der Freistaat investiert mit der Strategie BAYERN DIGITAL bis 2022 insgesamt sechs Milliarden Euro für Digitalisierungsprojekte, insbesondere auch in den Bereichen Gesundheit und Pflege." 

Geförderte Digitalprojekte zur besseren Versorgung auf dem Land

Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auf die vom bayerischen Gesundheitsministerium geförderten digitalen Projekte. Beispiele sind "DeinHaus 4.0" zur Darstellung eines vorbildlichen Pflegewohnumfelds für Pflegebedürftige, "Digi-ORT" zur Entwicklung einer Plattform für digitale medizinisch-pflegerische Versorgung und assistiertes Wohnen oder "MeDiLand" zur Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Land.

KI wird den Arzt in Zukunft als Assistenzsystem unterstützen

Auch die TK sieht in den digitalen Zukunftstechnologien eine große Chance, die Versorgung der Patienten im Gesundheits- und Pflegebereich nachhaltig zu verbessern. "Die Künstliche Intelligenz, kurz KI, wird den Arzt nicht überflüssig machen. Aber die Mediziner haben in Zukunft Assistenzsysteme, die sie unterstützen", so Bredl. "KI kann die vorhandenen riesigen Datenmengen so aufbereiten, dass sie der Arzt für seine Diagnose und Behandlung nutzen kann." Die Mediziner hätten so mehr Zeit für längere Patientengespräche und für eine individuellere Behandlung. "Wenn wir die neuen Möglichkeiten nicht nutzen, versagen wir Kranken eine bessere Behandlung oder sogar Heilung", so die These des bayerischen TK-Chefs.

Gesetzliche Krankenkassen müssen weiterhin die Entwicklung steuern

Karen Walkenhorst, TK-Vorstandsmitglied, setzt sich dafür ein, dass die gesetzlichen Krankenkassen als Körperschaften des öffentlichen Rechts auch künftig eine führende Rolle bei den digitalen Entwicklungen haben. "Die großen internationalen Tech-Konzerne sind längst im Gesundheitsbereich aktiv. In jedem neuen Smartphone oder Tablet gehören entsprechende Apps zum Standard", so Walkenhorst. "Die Krankenkassen müssen die Digitalisierung jetzt im Sinne ihrer Versicherten vorantreiben und mitgestalten. Nur so können wir größtmöglichen Schutz der Daten und einen unkomplizierten Datenaustausch gewähren. Uns geht es darum, dass die Versicherten endlich die Hoheit über ihre Gesundheitsdaten bekommen." 

Digitale Gesundheitskompetenz und Souveränität der Menschen fördern 

Um die Akzeptanz der neuen Technologien bei den Bürgern zu gewinnen, müssen sie auf die digitale Reise mitgenommen werden. Gemeinsames Ziel des bayerischen Gesundheitsministeriums und der TK ist es deshalb, verstärkt die digitale Gesundheitskompetenz und Souveränität der Menschen zu fördern. 

Zum Schluss haben wir Melanie Huml und Karen Walkenhorst noch drei persönliche Fragen gestellt: 

Drei Fragen an die Baye­ri­sche Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml

Drei Fragen an Karen Walken­horst, Mitglied des TK-Vorstands