Potsdam, 14. August 2020. Der Krankenstand in Brandenburg ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen - von durchschnittlich 19,6 auf 19,4 Fehltage. Das zeigt der Gesundheitsreport 2020 der Techniker Krankenkasse (TK). Grund Nummer eins für den Rückgang dürfte die jährliche Grippewelle sein, die 2019 flacher ausfiel als im Jahr zuvor. Am wenigsten waren erneut die Potsdamer krankgeschrieben: im Durchschnitt 16,2 Tage. 

Spitzenreiter bei den Fehltagen in Brandenburg ist nun der Landkreis Uckermark. Dort beträgt die Zahl der Fehltage jetzt 22,5. Damit überholte die Uckermark den Landkreis mit der bisher höchsten durchschnittlichen Zahl an Fehltagen: Elbe-Elster. Den stärksten Rückgang des Krankenstandes gab es im Kreis Ostprignitz-Ruppin sowie in der Stadt Frankfurt (Oder). 

Insgesamt liegt der Krankenstand der Brandenburger Erwerbspersonen deutlich über dem Bundesdurchschnitt - im vergangenen Jahr um 26 Prozent. Vor allem litten die Brandenburger unter Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen. 

Warum sich der Krankenstand in den Landkreisen so stark unterscheidet, darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen. So ist die durchschnittliche Zahl der Fehltage in strukturschwachen Gebieten oft höher. Außerdem ist es in Großbetrieben oder in der Verwaltung eher üblich, dass krankheitsbedingte Fehlzeiten erst ab drei Tagen per Krankenschein nachgewiesen werden müssen. Solche Unternehmen finden sich in ländlichen Gebieten kaum. Krankmeldungen ohne Krankenschein fließen nicht in die Statistik ein.

Hinweis für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport Brandenburg wertete die Techniker Krankenkasse die Krankschreibungen von rund 151.000 bei der Kasse versicherten Erwerbspersonen im Bundesland aus. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I. Die Daten stammen aus dem TK-Gesundheitsreport 2020.