Berlin, 23. Juni 2020. Im vergangenen Jahr waren in Zeitarbeit Beschäftigte Berliner mehr krankgeschrieben als anderweitig Beschäftigte. Das geht aus dem neuen TK-Gesundheitsreport 2020 (PDF, 1,6 MB) der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

1,4 Prozent der bei der TK versicherten Berliner Beschäftigten arbeiten in Zeitarbeit. Sie waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 21,9 Tage krankgeschrieben, alle anderen Berliner Beschäftigten kamen auf 15,3 Krankheitstage. Im Vergleich aller 16 Bundesländer weisen sowohl die in Zeitarbeit Beschäftigten als auch die übrigen Beschäftigten überdurchschnittlich viele Krankschreibungstage auf.

Ein großer Teil von Zeitarbeitnehmern arbeitet in Berufen mit schwerer körperlicher Arbeit, wie zum Beispiel in Lager, Logistik und Produktion. Dies ist ein wichtiger Grund für die deutlich höhere Zahl der Krankschreibungstage. Hinzu kommen wechselnde, oft lange Wege zum Arbeitsplatz. Muskel-Skelett-Erkrankungen sind deshalb in dieser Gruppe der Arbeitnehmer besonders verbreitet.

"Im Bereich der Prävention können Krankenkassen in den Betrieben viel bewirken", sagt Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin. "Allerdings ist es schwierig, speziell Zeitarbeitende zu erreichen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Arbeitgeber die auf Zeit Beschäftigten in ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement einbeziehen."

Generell waren Berliner Erwerbspersonen im vergangenen Jahr durchschnittlich 16,0 Tage krankgeschrieben - der Krankenstand liegt knapp über dem Bundesdurchschnitt. In Brandenburg waren es 19,4 Krankschreibungstage. Am meisten litten die Berliner unter psychischen und Verhaltensstörungen, gefolgt von Erkrankungen des Atemsystems sowie Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems.

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus dem TK-Gesundheitsreport 2020. Grundlagen bilden die bei der TK versicherten Erwerbspersonen zwischen 15 und 65 Jahren. In Berlin sind das etwa 413.000. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I.