Frankfurt am Main, 13. September 2019. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Mai entschieden, den vom Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) initiierten Tag der Patientensicherheit zu einem weltweiten Aktionstag auszurufen. Die Techniker Krankenkasse (TK) begrüßt die Einführung des "World Patient Safety Day 2019" ausdrücklich, der erstmals am kommenden Dienstag, 17. September, stattfindet. "Durch die Anerkennung der WHO erhält das Thema Patientensicherheit noch mehr Gewicht. Behandlungen sicherer zu machen ist eine der wichtigsten Herausforderungen des Gesundheitswesens weltweit", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Patientensicherheit geht alle an

Mit seinem Motto "Speak up for patient safety!" appelliert der erste Welttag an alle Beteiligten, dem Thema Patientensicherheit Gehör zu verschaffen. "Dieser Leitgedanke ist sehr gut gewählt, denn Patientensicherheit geht alle im Gesundheitswesen an. Kein Versorgungssektor, keine Institution oder Organisation kann hier wesentliche Fortschritte allein erreichen. Besser geht es gemeinsam", so Voß. Die TK-Landesvertretung Hessen engagiert sich seit vielen Jahren in zahlreichen Projekten, die medizinische Behandlungen sowohl im Krankenhaus als auch in der ambulanten Versorgung sicherer machen sollen. 

Aus Fehlern lernen

Beispielsweise unterstützt die TK in Hessen das digitale Fehlerberichts- und Lernsystem "Jeder Fehler zählt" des Instituts für Allgemeinmedizin der Frankfurter Goethe-Universität. In einem frei zugänglichen Onlineportal können Hausärzte und -ärztinnen sowie Medizinische Fachangestellte über Fehler und kritische Ereignisse in ihrer Praxis berichten und diskutieren.

Zu einem Fehler kann es beispielsweise kommen, wenn ein Patient oder eine Blutprobe verwechselt werden oder eine Injektion falsch aufgezogen wird, weil Ampullen ähnlich aussehen. Das Projekt lebt von der Mitarbeit der Arztpraxen: Alle Nutzer können online die anonymisierten Fehlerberichte kommentieren und praxisnahe Verbesserungsmöglichkeiten und Vermeidungsstrategien vorschlagen. "So muss ein hausärztliches Praxisteam nicht alle Fehler selbst machen, sondern kann aus den Erfahrungen anderer Teams lernen und aktiv Maßnahmen ergreifen, um die Patientensicherheit in der eigenen Praxis zu erhöhen", sagt Dr. Beate Müller, Leiterin des Arbeitsbereichs Patientensicherheit am Institut für Allgemeinmedizin.

Zu häufiger genannten Fehlern etwa beim Impfen, bei der Medikation oder beim Hausbesuch, gibt es online zudem Tipps zur Fehlervermeidung. Auch kürt das Institut besonders relevante kritische Ereignisse zum "Fehler des Monats" und initiiert damit eine breitere Diskussion. 

Klinikbehandlungen sicherer machen

"Aus Fehlern zu lernen und eine Sicherheitskultur im Gesundheitseinrichtungen zu etablieren, ist für alle Mitarbeiter im Gesundheitswesen wichtig, zudem aber eine Führungsaufgabe, gerade auch im Krankenhaus, wo hochkomplexe und schnelle Abläufe besonders fehleranfällig sind", so Voß. Um Klinikbehandlungen noch sicherer zu machen, hat die TK in Hessen gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und dem APS die Broschüre "Sicher im Krankenhaus" entwickelt. Sie zeigt auf, was Kliniken bereits leisten, um die Sicherheit ihrer Patienten zu gewährleisten. Zudem macht sie deutlich, wie Patienten mit beeinflussen können, was mit ihnen im Krankenhaus geschieht und wie sie selbst zu ihrer Sicherheit beitragen können, beispielsweise durch bestimmte Fragen im Arztgespräch. Darüber hinaus enthält die Broschüre Tipps, wie Patienten Verwechslungen und Medikationsfehler erkennen und verhindern können. Der Ratgeber, der im Jahr 2015 zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts mit ausgewählten Kliniken in Hessen erprobt wurde, steht heute bundesweit allen Kliniken zur Verfügung.

Hintergrund 

Das Projekt "Jeder Fehler zählt" wird im E-Health-Projektatlas des Landes Hessen aktuell als "Projekt des Monats" vorgestellt. Mehr Informationen zur Broschüre "Sicher im Krankenhaus" gibt es hier. Die WHO informiert auf ihrer Internetseite über den "World Patient Safety Day 2019", ebenso das Aktionsbündnis Patientensicherheit.