Die Krankenhäuser im Land Bremen erbringen das gesamte Leistungsspektrum der stationären medizinischen und pflegerischen Behandlung. Sie sind mit ihrem Jahresumsatz von rund 1,1 Mrd. Euro einer der herausragenden Wirtschaftsfaktoren und mit etwa 11.800 Beschäftigten einer der bedeutendsten Arbeitgeber in der Freien Hansestadt. Sie haben mit ihrer oberzentralen Funktion eine wichtige Bedeutung für die gesundheitliche Versorgung auch des niedersächsischen Umlandes.

Die zentralen Herausforderungen liegen in der Bewältigung des demographischen Umschwunges unter Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung. Um die steigenden Bedarfe der zukünftigen Patienten vor dem Hintergrund des sich weiter verstärkenden Fachkräftemangels mit der gebotenen Qualität decken zu können, muss die Integration des Krankenhausbereiches an den Schnittstellen mit den anderen Versorgungsbereichen intensiviert werden.

Die technologische Herausforderung kann nur mit zielgerichteten Investitionen bewältigt werden. Hier steht die Landesregierung in der Verantwortung ausreichend finanzielle Mittel bereit zu stellen, weil sie für die Investitionsfinanzierung zuständig ist. Ebenso sollte weiterhin eine faire, trägerunabhängige Krankenhausplanung erfolgen.

Der Fachkräftemangel kann nur bewältigt werden, wenn sich die Beschäftigten wieder mehr auf ihre Kernaufgabe, die Versorgung der Patienten, konzentrieren können und dadurch die Arbeitsplätze wieder attraktiver werden. Dazu bedarf es einer deutlichen Entbürokratisierung und einer Beendigung der Misstrauenskultur, die durch ständig neu eingeführte Kontrollen und ausufernde Abrechnungsprüfungen in der letzten Zeit ein unerträgliches Maß für die Beschäftigten angenommen hat.

Nach 15 Jahren Spardiktat braucht es auch einer Ausfinanzierung der Personalkosten nicht nur für den Teil Pflege. Hier sollte die Landesregierung in den nächsten vier Jahren aktiv ansetzen und Überregulierungen beenden und sich im Bundesrat aktiv für Verbesserungen der Rahmenbedingungen einsetzen, um insbesondere auf die Bundesgesetzgebung in dieser Richtung einzuwirken.

Für die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen in den Gesundheitsberufen und die Weiterentwicklung der akademischen Angebote ist die Landesregierung ein wesentlicher Player. Hier sollte rechtzeitig eine enge Abstimmung mit den Krankenhausträgern gesucht werden.