Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, mit einem Blick zurück - und voraus.

TK: Frau Puttfarcken, welche Themen haben Sie im Jahr 2018 besonders beschäftigt?

Puttfarcken: Ganz oben auf der Liste stand das Thema Digitalisierung. Im April 2018 startete die TK zusammen mit IBM das Projekt der elektronischen Gesundheitsakte "TK-Safe". TK-Safe ist ein digitaler Datentresor, auf den TK-Versicherte jederzeit mit ihrem Smartphone über die TK-App zugreifen können. Unsere Versicherten können so künftig zum Beispiel Informationen zu Arztbesuchen, verschriebenen Medikamenten oder Impfungen strukturiert an einem Ort speichern und selbst managen.

Ein weiteres Projekt, das uns auch 2018 wieder begleitet hat, ist das " NetzWerk GesundAktiv " (NWGA). Ein großer Meilenstein war hierbei der Abschluss der Rekrutierungsphase. Wir freuen uns, dass das NWGA mit rund 920 eingeschriebenen Hamburgerinnen und Hamburgern deutschlandweit eines der Innovationsfondsprojekte mit den meisten eingeschriebenen Teilnehmenden ist.

Darüber hinaus hat uns die Zukunft der Notfallversorgung in Hamburg beschäftigt. Sowohl in Hamburg als auch in ganz Deutschland sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser zunehmend überlastet. Patienten mit einfachen Gesundheitsbeschwerden steuern oft direkt die Notaufnahme an, obwohl sie in einer Notfallpraxis oder bei einem niedergelassenen Arzt besser versorgt wären. Es kommt zu langen Wartezeiten, und die Ärzte haben zu wenig Zeit für die tatsächlichen Notfälle. Deshalb brauchen wir eine koordinierte Notfallversorgung

TK: Welche gesetzlichen Änderungen sind für das Jahr 2019 zu erwarten?

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Maren Puttfarcken

Puttfarcken: In diesem Jahr kommen einige Gesetzesänderungen auf uns zu. Arbeitnehmer und Rentner werden entlastet. Die TK senkt zum einen ihren Zusatzbeitrag von 0,9 auf 0,7 Prozent. Zum anderen finanziert der Arbeitgeber nun wieder zur Hälfte den Zusatzbeitrag mit. Diese Änderungen werden im GKV-Versichertenentlastungsgesetz festgelegt. 
Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das voraussichtlich im April 2019 in Kraft tritt, ermöglicht es gesetzlich Versicherten, in Zukunft schneller Arzttermine zu bekommen. Das soll durch mehr Sprechzeiten der niedergelassenen Ärzte und einen Ausbau der Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen erreicht werden.

Das Pflegepersonalstärkungsgesetz verspricht wichtige Änderungen im Pflegesektor. Neben 13.000 neuen Stellen in der vollstationären Pflege ist ebenfalls die Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen vorgesehen. In einigen pflegeintensiven Krankenhausbereichen werden nun genaue Angaben zur Anzahl der einzusetzenden Pflegekräfte vorgegeben. Außerdem wird die sogenannte "informelle" Pflege durch Angehörige gefördert. Pflegende Angehörige können somit Leistungen der medizinischen Rehabilitation leichter in Anspruch nehmen. 

TK: Welche Themen werden darüber hinaus im Jahr 2019 relevant sein?

Puttfarcken: Ich denke, dass wir im Bereich der sektorenübergreifenden Versorgung im neuen Jahr neue Impulse bekommen werden. Es ist längst überfällig, dass die strikte Trennung zwischen dem ambulanten und stationären Sektors aufgelockert wird. Beispiele wären hier das Entlassmanagement und eine sektorenübergreifende Bedarfsplanung. Und eine koordinierte Notfallversorgung wäre ein erster Schritt, den ambulanten und stationären Bereich miteinander zu verbinden.

Des Weiteren wird die Digitalisierung ein wichtiges Thema bleiben. Für uns geht es weiter mit unserer elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe. Ab dem ersten Halbjahr 2019 werden bis zu 12.000 Arztpraxen an TK-Safe angebunden. Dadurch können Patienten medizinische Daten, die zum Beispiel bei einem Hausarztbesuch entstehen, in ihrer digitalen Akte speichern. Im Jahr 2019 wird es also weiterhin spannend bleiben.