Eine neu entwickelte bionische Hightech-Matratze eines Start-ups aus Stuttgart gibt Frühchen auch in der künstlichen Welt des Inkubators das Gefühl, direkt auf dem Oberkörper der Eltern zu liegen.

Andreas Vogt

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Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Herr Vogt, wie können extreme Frühchen von Babybe profitieren?

Jedes Jahr kommen in Baden-Württemberg rund 1000 Babys mehr als zehn Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin auf die Welt. Diese Babys müssen häufig viel Zeit in so genannten Brutkästen verbringen, enger Körperkontakt mit den Eltern ist für diese Kinder nur sehr eingeschränkt möglich.

Das von den Babybe-Gründern Camilo Anabalon und Raphael Lang entwickelte System nimmt von der Mutter oder dem Vater Geräusche wie Herzschlag, Stimme und beispielsweise die Bewegung des Brustkorbs auf und überträgt sie per Funk in den Brutkasten, wo die Hightech-Gelmatratze die am elterlichen Körper gemessenen Werte wieder in Geräusche und Bewegungen umsetzt. Zusätzlich können die Werte aufgenommen und später wieder abgespielt werden.

Erste noch nicht repräsentative Erhebungen haben ergeben, dass Kinder mit Babybe über einen Zeitraum von 48 Stunden eine regelmäßigere Atmung und eine höhere Gewichtszunahme haben.

Warum bzw. wie unterstützt die TK dieses Projekt?

Wir sind von dem medizinischen Nutzen von Babybe überzeugt und haben deshalb die Funktion der „Türöffnerin“ übernommen. Dies bedeutet konkret, dass wir Level-1-Geburtskliniken suchen, die sich an einer wissenschaftlichen Studie beteiligen. Ziel ist es, Babybe an insgesamt 200 frühgeborenen Babys zu testen. Die Durchführung dieser Studien unterstützen wir auch finanziell.

Wir haben bereits mit acht Kliniken Vereinbarungen treffen können und sind mit weiteren in guten Gesprächen. Besonders freue ich mich darüber, dass das Universitätsklinikum Mannheim mit dabei ist und Professor Thomas Schaible, Direktor der dortigen Neonatologie, zusammen mit Professor Rolf Schlößer, Leiter der Neonatologie der Universitätsklinik Frankfurt, auch die Studienleitung übernommen hat.

Es gibt bereits vielfältige Initiativen vor Ort, die sich für die Anschaffung einer Babybe-Ausstattung einsetzen - in Mannheim beispielsweise der "Elternkreis frühgeborene und kranke Neugeborene". Dies zeigt, dass wir mit unserem Engagement richtig liegen.

Wie sieht die Zusammenarbeit der TK mit Start-ups im Gesundheitswesen grundsätzlich aus ?

Die Kooperation mit Start-ups ist für die TK eine neue Form der Zusammenarbeit mit jungen Partnern, die innovative Ideen haben, aber noch nicht etabliert sind im Gesundheitswesen. Sie bietet die Möglichkeit, innovative und digitale Produkte oder Produktideen schneller zu identifizieren und in die Gesundheitsversorgung zu übernehmen bzw. zu neuen Versorgungsprodukten weiterzuentwickeln.


Wir haben ein Start-up-Portal aufgebaut mit Services und Informationen für Start-ups, eine Health-i Initiative gestartet,  verleihen den Health-i Award zusammen mit dem Handelsblatt und haben einen TK-Accelerator für Start-ups im Health Innovation Port (HIP) Hamburg auf dem Philips-Campus eingerichtet.