Das Behandlungsprogramm für Menschen mit psychischen Belastungen beginnt im Juni 2019. Das bundesweit einzigartige Projekt wird vom Innovationsfonds finanziell gefördert. Modellregion ist das Bundesland Hessen.

Der Projektname PREMA steht für "eHealth gestütztes Case-Management für psychisch Erkrankte in der hausärztlichen Primärversorgung". Studien zufolge leidet in Deutschland fast jeder Dritte an psychischen Belastungen. Betroffene Patienten wenden sich in der Regel zunächst an ihre Hausarztpraxis. PREMA unterstützt Hausärzte mit einem strukturierten Versorgungsprogramm, psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen sicher und frühzeitig zu erkennen. In einem individuellen Fallmanagement werden die Patienten gezielt vom Arzt und einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) begleitet. Dabei werden Arzt, MFA und Patient durch eine gemeinsam genutzte Online-Plattform unterstützt.

Modellregion Hessen 

Das neue Versorgungsangebot können rund 2.000 Patienten nutzen, die sich wegen Depressionen oder Angststörungen in einer hessischen Hausarztpraxis behandeln lassen. Kooperationspartner des Innovationsfonds-Projekts sind neben der TK die Universitätsklinika Frankfurt, München und Hamburg, die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen sowie der Technikpartner TelePsy Deutschland GmbH.

Die ersten Patienten können voraussichtlich Anfang 2019 im PREMA-Projekt betreut werden. Eine Ausweitung dieses Behandlungsansatzes auf andere psychische Erkrankungen ist in einem weiteren Schritt denkbar.

Innovationsfonds

Der Innovationsfonds ist ein gesundheitspolitisches Instrument zur Förderung von Versorgungsinnovationen und Versorgungsforschung in Deutschland. Ziel des Fonds ist es, in neue Ideen für die Versorgung der Menschen in Deutschland zu investieren. Der Fonds fördert deutschlandweit innovative Versorgungsprojekte, mit denen neue Wege beschritten werden und die das Potenzial haben, nach einigen Jahren in die Regelversorgung einzugehen und ihre Qualität zu verbessern. Die Projekte dürfen sich noch nicht in der Umsetzungsphase befinden.

Thomas Ballast

"Mit Blick auf die steigende Relevanz psychischer Diagnosen erhält die Behandlung von depressiven Erkrankungen durch den Hausarzt besondere Bedeutung. Die bewährte Behandlung vis-à-vis im Arztzimmer mit digitalen Instrumenten zu unterstützen, ist deshalb ein zukunftsweisender Behandlungsansatz."

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse

Stefan Grüttner

"Ich freue mich, dass die Förderung dieses bundesweit einzigartigen Behandlungangebots von den Partnern nach Hessen geholt wurde. Die Chance ist groß, mithilfe des PreMa-Projekts psychische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die richtige Therapie zur rechten Zeit einleiten zu können. Auch zeigt sich hier, dass digitale Elemente in Zukunft die Versorgung von Patienten sinnvoll unterstützen können."

ehemaliger Hessischer Sozialminister

Professor Dr. Jochen Gensichen

"Unsere Studien zeigen, dass bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen ein starkes Dreierbündnis aus Hausarzt, Medizinischer Fachangestellter und Patient besonders erfolgreich ist. Wenn wir dieses Dreierbündnis mit digitalen Mitteln unterstützen, werden wir Ärzte mehr Zeit für das vertraute Gespräch mit unseren Patienten bekommen."

Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität München

Dr. Eckhard Starke

"Ärztliche Versorgung, ganz besonders, wenn es um psychische Erkrankungen geht, hat sehr viel mit einem stabilen Vertrauensverhältnis zwischen Praxisteam und Patient zu tun. Es ist deshalb richtig, dass der Hausarzt bei der Behandlung der Patienten in diesem Modellprojekt von den Medizinischen Fachangestellten unterstützt wird und diese regelmäßig engen Kontakt zum Patienten halten."

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Hessen

Alexander Hanke

"Die webbasierte Plattform TelePsy unterstützt die Arbeit des Dreierbündnisses aus Arzt, Medizinischer Fachangestellter und Patient, indem das medizinische Personal dem Patienten im Verlauf der Behandlung bewährte Hilfsmittel wie diagnostische Testverfahren oder therapeutische Übungen in digitaler Form bereitstellt. Parallel dazu bleibt der direkte menschliche Kontakt der klassischen Sprechstunde erhalten."

E-Health-Entwickler TelePsy Deutschland GmbH