Mainz, 19. September 2019. Innovationen im Gesundheitssystem zu fördern, ist das Ziel des Innovationsfonds, den es seit 2016 gibt. Seitdem hat die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit vielen Partnern in Rheinland-Pfalz bereits fünf Projekte auf die Beine gestellt. Bis Ende des Jahres werden bundesweit 900 Millionen Euro in den Innovationsfonds geflossen sein, eine Fortsetzung ist von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für die kommenden fünf Jahre geplant. Insgesamt eine weitere Milliarde Euro (200 Mio. Euro je Jahr) will der Minister für innovative, sektorenübergreifende Versorgungsformen und patientennahe Versorgungsforschung zur Verfügung stellen.

Zeit für eine Zwischenbilanz

Aus Sicht der TK-Landesvertretung ist die Förderung spezieller Innovationen zu begrüßen. "Allerdings haben die Erfahrungen der vergangenen zweieinhalb Jahre gezeigt, dass der Fonds als Instrument nicht ausreicht, um den Innovationsstau nachhaltig aufzulösen", zieht Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung, Zwischenbilanz. Ursache sei die zentralistische Förderung, die viel Bürokratie mit sich bringe. "Das führt wiederum zu hohen Kosten und einer zeitintensiven Umsetzung der Projekte und ist zudem für Start-ups abschreckend", bemängelt Simon. 

TK-Vorschlag setzt auf Innovationsbudget

"Wir schlagen deshalb vor, den Innovationsfonds nur um zwei Jahre zu verlängern und im Anschluss stattdessen ein Innovationsbudget für Versorgungsinnovationen einzuführen", erklärt der TK-Landeschef. Dafür sollten nach Ansicht der TK mindestens 2,50 Euro je Versicherten in das Budget fließen. Damit bekämen die gesetzlichen Krankenkassen ein festes Ausgabenziel, wieviel Geld jährlich in die Förderung neuer Versorgungsformen investiert werden kann. "Vorteil dieser Finanzierung wäre eine schnelle Umsetzung von Projekten, da Fristen und fixe Termine, zum Beispiel für die Zusage von Förderbescheiden, entfielen. Die Kassen könnten freier agieren, indem sie Partner und Produkte selbst auswählen, was das Spektrum an Innovationen noch vergrößern würde", begründet Simon den Vorschlag. "Geregelt werden müsste noch, wie Innovationen, die sich bewährt haben, in die Regelversorgung überführt werden. Daran mangelt es derzeit aber auch beim Innovationsfonds."

Hintergrund

Bis Ende dieses Jahres werden bereits 900 Millionen Euro in den Innovationsfonds fließen, der dazu geschaffen wurde, Innovationen im Gesundheitssystem zu fördern. Seit 2016 stehen jährlich 300 Millionen Euro an Fördersumme zur Verfügung, von denen 225 Millionen Euro für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung vorgesehen sind. Die Mittel für den Fonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen. 


Bundesweit hat die TK bei sechs Innovationsfondsprojekten die Konsortialführung inne, zudem ist sie als Partnerin an 43 Projekten in den Neuen Versorgungsformen beteiligt, wovon fünf in Rheinland-Pfalz ansässig sind. Darüber hinaus begleitet die TK noch 25 Forschungsprojekte bundesweit.