Das "NetzWerk GesundAktiv" (NWGA) erhält eine Förderung in Höhe von maximal 8,9 Millionen Euro über vier Jahre aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Das Hamburger Pilotprojekt hat das Ziel, älteren Menschen ein möglichst langes selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Ausgangssituation

In Hamburg leben derzeit rund 90.000 Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Schon 2020 wird die Zahl der über 80-Jährigen um mehr als 25 Prozent höher sein. Ältere Menschen vereint der Wunsch, auch im Alter gesund, unabhängig und aktiv zu sein. Doch wenn die alltäglichen Aufgaben nicht mehr alleine zu bewältigen sind, wird Hilfe gebraucht. Eine Kombination aus individueller und wohnortnaher Betreuung und zeitgemäßer technischer Unterstützung ist hier der Schlüssel zu einem zufriedenen Leben in den eigenen vier Wänden.

Zielsetzung

Das NetzWerk GesundAktiv (NWGA) ist ein Betreuungsnetzwerk in Hamburg-Eimsbüttel, welches es sich zum Ziel gesetzt hat, den Teilnehmern auch im hohen Alter möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Es richtet sich an ältere Versicherte der beteiligten Kassen, die gefährdet sind, in absehbarer Zeit hilfs- und pflegebedürftig zu werden. Gemeinsam mit Experten wird für jeden Projektteilnehmer ein individuelles Konzept erarbeitet, welches den Verbleib in den eigenen vier Wänden sichert. So kann das Projekt dazu beitragen, den demografischen Wandel zu gestalten.

Koordinierende Stelle

Die Koordinierende Stelle am Albertinen-Haus in Hamburg-Eimsbüttel bildet den Mittelpunkt des NWGA und ist erste Anlaufstelle für die teilnehmenden Versicherten. Hier durchlaufen die Teilnehmer umfangreiche Untersuchungen und strukturierte Tests ( LUCAS FI ), um die individuellen Bedürfnisse zu erfassen. Die Ergebnisse der Untersuchungen bilden die Basis für die Erstellung eines individuellen Unterstützungsplans. Je nach Bedarf werden Maßnahmen aus verschiedenen Modulen bereitgehalten: Rehabilitation vor und während der Pflegebedürftigkeit, Hilfen für Angehörige, Beratung und Betreuung bei Demenz, technische Assistenzsysteme und Förderung der Gesundheitskompetenz.

Die Koordinierende Stelle wurde am 30. November 2017 von Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg, Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, und Matthias Scheller, Vorstandsvorsitzender Albertinen-Diakoniewerk, feierlich eröffnet.

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"Mit der Koordinierenden Stelle haben wir einen Ort geschaffen, an dem alle Fäden aus dem Projekt zusammenlaufen. Unser Ziel ist es, die Teilnehmer bestmöglich und individuell nach Bedarf zu versorgen, um ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Das ganze Projekt - und vor allem die Teilnehmer - profitieren von der Nähe der Koordinierenden Stelle zum Albertinen-Haus und dessen langjähriger Kompetenz im Bereich der Altersmedizin", erläutert Matthias Scheller.

Technisches Unterstützungssystem PAUL

Jeder Teilnehmer des NWGA erhält ein Tablet-PC. Auf diesem ist das technische Assistenzsystem PAUL der Firma CIBEK vorinstalliert. PAUL steht für "Persönlicher Assistent für Unterstütztes Leben". Konzipiert ist die Software als Unterstützungs- und Kommunikations-Plattform für Senioren. Die Teilnehmer können damit beispielsweise Nachrichten (E-Mails) senden und empfangen, sich mit Angehörigen per Videochat unterhalten, online Zeitungen lesen und Radio hören sowie ihre Termine verwalten.

Des Weiteren ist geplant, dass die Anwender eine Online-Videosprechstunde mit den Ärzten der Koordinieren Stelle durchführen, in einem "Schwarzen Brett" Veranstaltungshinweise im Quartier abrufen und ausgewählte Dienstleistungen bestellen können.  In weiteren Ausbaustufen sind bei Bedarf Haussteuerungs-Funktionen (z. B. Lichtschalter, Steckdosen, Fenster etc.) und eine intelligente Notfallerkennung mit Hilfe von angeschlossenen Bewegungsmeldern möglich.

Konsortialpartner

Die Techniker Krankenkasse (TK) reichte das Projekt als Federführerin beim Innovationsfonds im Bereich Versorgung ein. Konsortialpartner des Projekts sind neben dem Albertinen-Haus als Träger der Koordinierenden Stelle auch CIBEK technology + trading GmbH, die BARMER, die DAK-Gesundheit, die KNAPPSCHAFT, der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., die Universität Bielefeld sowie die Abteilung für klinisch-geriatrische Forschung im Albertinen-Haus, wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Hamburg. Die Universität Bielefeld und die Forschungsabteilung des Albertinen-Hauses übernehmen die Evaluation des Projekts.

Hintergrund

Ziel des Innovationsfonds ist die qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Gefördert werden Projekte, die auf eine Verbesserung der bestehenden Versorgungsformen ausgerichtet sind. Das Projektbudget wird durch die Mitgliedsbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert. Die zur Verfügung stehende Fördersumme des Innovationsfonds beträgt in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils 300 Millionen Euro jährlich. Hierbei sind 225 Millionen Euro für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung vorgesehen.

Infobox

Ziel des Innovationsfonds ist die qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Gefördert werden Projekte, die auf eine Verbesserung der bestehenden Versorgungsformen ausgerichtet sind. Das Projektbudget wird durch die Mitgliedsbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert. Die zur Verfügung stehende Fördersumme des Innovationsfonds beträgt in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils 300 Millionen Euro jährlich. Hierbei sind 225 Millionen Euro für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung vorgesehen.