In Hamburg leben derzeit rund 90.000 Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Schon 2020 wird die Zahl der über 80-Jährigen um mehr als 25 Prozent höher sein. Ältere Menschen vereint der Wunsch, auch im Alter gesund, unabhängig und aktiv zu sein. Doch wenn die alltäglichen Aufgaben nicht mehr alleine zu bewältigen sind, wird Hilfe gebraucht. Eine Kombination aus individueller und wohnortnaher Betreuung und zeitgemäßer technischer Unterstützung ist hier der Schlüssel zu einem zufriedenen Leben in den eigenen vier Wänden.

State­ment von Maren Puttfarcken zum NWGA

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Selbstständig und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden

Das NetzWerk GesundAktiv (NWGA) ist ein Betreuungsnetzwerk in Hamburg-Eimsbüttel, welches das Ziel hat, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch im hohen Alter möglichst lange ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Es richtet sich an ältere Versicherte der beteiligten Kassen, die in absehbarer Zeit hilfs- und pflegebedürftig werden könnten. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten wird für jeden Projektteilnehmenden ein individuelles Konzept erarbeitet. Neben einer persönlichen Betreuung in der Koordinierenden Stelle bietet das NWGA mithilfe des Tablet-PC's "PAUL" und der Vernetzung von Angeboten im Quartier die passende Unterstützung für den Alltag der Teilnehmenden. So kann das Projekt dazu beitragen, den demografischen Wandel zu gestalten.

State­ment von Dr. Thomas Nebling zum NWGA

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Individuelle Betreuung in der Koordinierende Stelle

Die Koordinierende Stelle am Albertinen-Haus in Hamburg-Eimsbüttel bildet den Mittelpunkt des Netzwerks und ist erste Anlaufstelle für die teilnehmenden Versicherten. Hier durchlaufen sie zu Beginn umfangreiche Untersuchungen und strukturierte Tests ( LUCAS FI ), um die individuellen Bedürfnisse zu erfassen. Die Ergebnisse der Untersuchungen bilden die Basis für die Erstellung eines Unterstützungsplans. Je nach Bedarf werden Maßnahmen aus verschiedenen Modulen bereitgehalten: Rehabilitation vor und während der Pflegebedürftigkeit, Hilfen für Angehörige, Beratung und Betreuung bei Demenz, technische Assistenzsysteme und Förderung der Gesundheitskompetenz. Die NWGA-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer können die Koordinierende Stelle rund um die Uhr erreichen und werden persönlich durch Fallmanagerinnen und Fallmanager betreut.

State­ment von Ralf Zastrau zum NWGA

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Die Koordinierende Stelle wurde am 30. November 2017 von Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg, Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, und Matthias Scheller, Vorstandsvorsitzender Albertinen-Diakoniewerk, feierlich eröffnet.

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"Mit der Koordinierenden Stelle haben wir einen Ort geschaffen, an dem alle Fäden aus dem Projekt zusammenlaufen. Unser Ziel ist es, die Teilnehmer bestmöglich und individuell nach Bedarf zu versorgen, um ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Das ganze Projekt - und vor allem die Teilnehmer - profitieren von der Nähe der Koordinierenden Stelle zum Albertinen-Haus und dessen langjähriger Kompetenz im Bereich der Altersmedizin", erläutert Matthias Scheller.

Technische Unterstützung durch PAUL

Jeder Teilnehmer des NWGA erhält einen Tablet-PC. Auf diesem ist das technische Assistenzsystem PAUL der Firma CIBEK vorinstalliert. PAUL steht für "Persönlicher Assistent für Unterstütztes Leben". Konzipiert ist die Software als Unterstützungs- und Kommunikations-Plattform für Senioren. Die Teilnehmer können damit beispielsweise Nachrichten (E-Mails) senden und empfangen, sich mit Angehörigen per Videochat unterhalten, online Zeitungen lesen und Radio hören sowie ihre Termine verwalten.

State­ment von Dagmar Hirche zum NWGA

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Des Weiteren ist geplant, dass die Anwender eine Online-Videosprechstunde mit den Ärzten der Koordinieren Stelle durchführen, in einem "Schwarzen Brett" Veranstaltungshinweise im Quartier abrufen und ausgewählte Dienstleistungen bestellen können. In weiteren Ausbaustufen sind bei Bedarf Haussteuerungs-Funktionen (zum Beispiel Lichtschalter, Steckdosen oder Fenster) und eine intelligente Notfallerkennung mit Hilfe von angeschlossenen Bewegungsmeldern möglich.

Mehr zum NWGA

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Was gibt es Neues rund um das NetzWerk GesundAktiv? Weitere Informationen gibt es auf Twitter unter dem Hashtag #NWGAktuell und auf dem NWGA-Blog.



Konsortialpartner

Die Techniker Krankenkasse (TK) reichte das Projekt als Federführerin beim Innovationsfonds im Bereich Versorgung ein. Konsortialpartner des Projekts sind neben dem Albertinen-Haus als Träger der Koordinierenden Stelle auch CIBEK technology + trading GmbH, die BARMER, die DAK-Gesundheit, die KNAPPSCHAFT, der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., die Universität Bielefeld sowie die Abteilung für klinisch-geriatrische Forschung im Albertinen-Haus, wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Hamburg. Die Universität Bielefeld und die Forschungsabteilung des Albertinen-Hauses übernehmen die Evaluation des Projekts.

Innovationsfonds

Ziel des Innovationsfonds ist die qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Gefördert werden Projekte, die auf eine Verbesserung der bestehenden Versorgungsformen ausgerichtet sind. Das Projektbudget wird durch die Mitgliedsbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert. Die zur Verfügung stehende Fördersumme des Innovationsfonds beträgt in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils 300 Millionen Euro jährlich. Hierbei sind 225 Millionen Euro für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung vorgesehen.