Rostock, 18. Oktober 2019. Rund 260 Selbsthilfegruppen von Rostock bis Güstrow sind ab sofort digital vernetzt. Mit der eigens für die Region entwickelten Anwendung entsteht ein interaktiver Marktplatz. Die Applikation läuft auf allen gängigen Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen Android und iOs und steht ab sofort kostenfrei in den App-Stores zum Download bereit. Die erste Selbsthilfe-App für Mecklenburg-Vorpommern wurde auf Initiative der Selbsthilfekontaktstelle Rostock und der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe der Diakonie Güstrow mit finanzieller Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) entwickelt.

Warum braucht es eine Selbsthilfe-App?

Selbsthilfeangebote sind für viele Menschen eine wichtige Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Die Information, der Austausch und der Rückhalt in der Gemeinschaft, helfen den Betroffenen und ihren Angehörigen, besser mit ihren Problemen und Erkrankungen umzugehen. Die Suche nach Selbsthilfegruppen gestaltet sich gegenwärtig schwierig. Die App bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu Angeboten der Region Rostock. Fortan ist es möglich Selbsthilfeangebote in der Nähe zu finden und darüber hinaus Wissenswertes über verschiedene Krankheitsbilder zu erfahren. Zudem sind allgemeine Informationen, Audiobeiträge und Videos zum Thema Selbsthilfe abrufbar. Über die App ist eine direkte Kontaktaufnahme zu nahe gelegenen Selbsthilfekontaktstellen möglich.

Als virtueller Marktplatz für die Selbsthilfe lebt die App durch die Ideen und Aktionen der Nutzer. Erste Anwender haben bereits aktiv an der Gestaltung der App mitgewirkt. Alle Selbsthilfegruppen sind eingeladen, selbst produzierte Video- und Audiobeiträge mit den Usern zu teilen, um über ihre Angebote zu informieren.

Statements

"Wir versuchen nun auch über eine App Vorurteile über Selbsthilfegruppen auszuräumen. Selbsthilfegruppen bieten eine Möglichkeit des Austausches auch für jüngere Menschen. In diesen Gruppen werden Gespräche geführt, manchmal wird getröstet, es wird viel Neues gelernt, es wird oftmals herzhaft gelacht und gelegentlich gefeiert."
Ute Kammler, Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle Rostock

"Die Selbsthilfe ist neben der medizinischen Betreuung ein wichtiger Baustein in der gesundheitlichen Versorgung. Wir sind überzeugt, dass die App einen zeitgemäßen, niedrigschwelligen Zugang zur Selbsthilfe für jede Altersgruppe ermöglicht und die wichtige Arbeit der regionalen Selbsthilfegruppen digital erlebbar macht. Gerne haben wir die Entwicklung mit 18.000 Euro unterstützt."
Manon Austenat-Wied Techniker Krankenkasse, Leiterin der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

"Mit dieser App beginnt nun auch in Mecklenburg die Selbsthilfe 2.0. Nach Brandenburg und Sachsen-Anhalt werden zunächst die ca. 260 Gruppen in der Region Rostock-Güstrow Teil des bundesweit geplanten Selbsthilfe-Netzwerks. Seit über zwei Jahren arbeiten wir an diesem Projekt und können feststellen, dass sich durch die Mitarbeit der User die App dynamisch entwickelt. Neue Funktionen, für das kommende Jahr werden beispielsweise regionale Chat-Räume hinzugefügt, machen die App mehr und mehr zu einem universellen Medium für alle Bereiche der Selbsthilfe. Wir wollen, dass mit einem Knopfdruck die gewünschte Information sowohl abgerufen als auch platziert werden kann."
Uwe Große-Wortmann, Inhaber der Media-Foundation und App-Entwickler

Hinweis an die Redaktion:

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, psychische Störungen und Diabetes mellitus sind weit verbreitet und beeinflussen Lebensqualität sowie Arbeitsfähigkeit.

Für chronisch kranke oder behinderte Menschen beziehungsweise ihre Familie oder Freunde ist es häufig schwierig, die passende Selbsthilfe zu finden. Viele Selbsthilfegruppen sind im Netz schwer auffindbar und mit spärlichen Informationen ausgestattet. Zudem sind insbesondere jüngere Menschen über herkömmliche Selbsthilfeangebote nur schwierig zu erreichen.