Darf ich meine Oma im Pflegeheim besuchen? Worauf muss ich dabei achten? Wie finanziere ich als Pflegedienst meine zusätzliche Schutzausrüstung? Soll ich mit Corona-Symptomen in meine Hausarztpraxis gehen? Der weltweite Ausnahmezustand wegen der Covid-19-Pandemie wirft auch in Thüringen unzählige Fragen auf. Fast jeden Tag gibt es neue Informationen und neue Herausforderungen. In der Krisenzeit gilt deswegen noch mehr als sonst: Jeder kümmert sich um das, was im Gesundheitssystem seine Aufgabe ist, und die Akteure arbeiten konstruktiv zusammen.

Wer im Freistaat Informationen zu aktuellen Corona-Regelungen und zum Beispiel Fallzahlen sucht, informiert sich auf der Internetseite der Landesregierung unter corona.thueringen.de. Für die niedergelassenen Ärzte, Psychotherapeuten und auch Menschen, die Fragen zur gesundheitlichen Versorgung haben, übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen eine wichtige koordinierende Rolle.

Fernbehandlung plus E-Rezept

Die TK leistet ebenfalls ihren Beitrag, um die Krise zu bewältigen, und wenn immer möglich, geschieht das in Corona-Zeiten digital. Im zwischen-menschlichen Kontakt kann so die gebotene physische Distanz gewahrt werden. Gleichzeitig sorgt das Digitale im besten Fall für Schnelligkeit, was besonders beim Austausch von Informationen hilfreich ist. Zum Beispiel kann ein verordnetes Medikament per E-Rezept an die Apotheke verschickt und dann direkt nach Hause geliefert werden. Aber von vorn: Die TK bietet Versicherten mit Corona-Verdacht eine ärztliche Fernbehandlung an. Bei entsprechenden Symptomen können sie sich an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr unter der Telefonnummer 040 - 46 06 61 91 00 beraten lassen.

In der TK-Onlinesprechstunde - einem separaten Angebot - werden Versicherte per Videotelefonie behandelt, bekommen Medikamente verordnet und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausgestellt. Bei Arzneimittelverordnungen können die Versicherten zwischen einem klassischen Papierrezept und einem elektronischen Rezept wählen. Durch Botendienste der Apotheken ist auch eine Lieferung nach Hause inklusive einer kontaktlosen Übergabe des Arzneimittels möglich. Die TK unterstützt ihre Versicherten bei Bedarf mit einer speziellen Hotline, wenn sie eine Apotheke mit Botendienst suchen, bei der sie auch digitale Rezepte einlösen können.

Angsttherapie mit Videobrille

Menschenansammlungen, Aufzug- oder S-Bahnfahren gehören derzeit zu den Dingen des täglichen Lebens, bei denen erhöhte Vorsicht geboten ist. Für Angstpatienten kann das besonders belastend sein. Um das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus zu minimieren, bleiben einige zu Hause, statt sich durch die notwendige Therapie Hilfe zu holen. Psychische Erkrankungen, zu denen auch Angststörungen und Depression gehören, waren 2019 die zweithäufigste Ursache für Fehlzeiten der TK-versicherten Erwerbstätigen in Thüringen. Diese Diagnosen führten zu durchschnittlich 2,96 Arbeitsunfähigkeitstagen pro Person. Die TK bietet ihren Versicherten die Virtual Reality nutzende Angsttherapie Invirto an. Patienten können damit ihre Ängste mit einer psychotherapeutischen App, Übungen zur Angstbewältigung mithilfe einer Virtual-Reality-Brille sowie durch therapeutische Begleitung durch Videotelefonate in den eigenen vier Wänden angehen.

Webinare für Krebspatienten

Nicht nur Therapie, auch Selbsthilfe ist in der jetzigen Zeit möglich - und geboten. Denn Fragen und Unterstützungsbedarf von schwer kranken Menschen, beispielsweise Krebspatienten, machen ebenfalls keine Corona-Pause. Im Gegenteil: Auch hier können Ängste sich verstärken und mehr Austausch nötig machen. In Thüringen gibt es eine Webinar-Reihe für Krebspatienten, besonders mit Kopf-Hals-Tumoren, und deren Angehörige. Organisiert wird das digitale Selbsthilfeprojekt vom Team für Integrative Onkologie des Universitätsklinikums Jena und des Thüringer Landesverbandes der Kehlkopfoperierten. Die TK fördert das Projekt finanziell. Für jede der etwa 60-minütigen Videokonferenzen gibt es ein Thema rund um den Umgang mit Krebserkrankungen und zu Behandlungsmöglichkeiten. Ein Spezialist auf dem jeweiligen Gebiet hält einen Vortrag, und die Teilnehmer können Fragen stellen - per Chat oder indem sie direkt nachfragen.

Rettungsschirm für Pflegeeinrichtungen

Stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen in Gera, im Eichsfeld, im Kyffhäuserkreis, in Hildburghausen, im Ilm-Kreis und in Greiz, die wegen zusätzlicher Aufwendungen oder Mindereinnahmen aufgrund von Covid-19 Hilfe benötigen, können diese mittels Musterformular per E-Mail bei der TK beantragen. Pflegeeinrichtungen in Thüringen erbringen aufgrund der Pandemie eine noch größere Kraftanstrengung als ohnehin schon. Als Pflegekasse ist es unsere Aufgabe, schnell und unbürokratisch dafür zu sorgen, dass Einrichtungen schnell vom Pflege-Rettungsschirm profitieren. Auf Grundlage des Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetzes können beispielsweise weitere Schutzausrüstung und zusätzliche Personalkosten finanziert werden. Für Mindereinnahmen in der stationären und ambulanten Pflege ist ein finanzieller Ausgleich möglich.

Angebote für Arbeitgeber

Im März und April 2020 sind in Thüringen 23.500 Anzeigen auf Kurzarbeit für 261.800 Beschäftigte bei den Arbeitsagenturen eingegangen - zum Großteil mit Folgen der Corona-Krise begründet. In Erklärvideos und interaktiven Webinaren zeigt der Firmenkundenservice der TK zum Beispiel, wie Arbeitgeber bei Kurzarbeitergeld die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung richtig berechnen. Mit dem Kurzarbeit-Abgaben-Rechner können Sie ermitteln, wie hoch das Kurzarbeitergeld und die entsprechenden Sozialabgaben sind. Die Idee zu diesem Angebot entstand, weil immer wieder Arbeitgeber auf die TK zugekommen sind und um Unterstützung baten. Wir möchten damit einen weiteren Baustein liefern, damit wir als Gesellschaft möglichst gut durch die Krise kommen.