Auch noch jetzt, mehrere Wochen nach der Hochwasser-Katastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, sind die immensen Schäden in Städten und Dörfern sichtbar: Gebäude sind nach wie vor unbewohnbar, Straßen unbefahrbar. Einerseits müssen Betroffene mit dem menschlichen Leid zurechtkommen, welches ihnen die Flut bescherte, andererseits lassen sich die beträchtlichen ökonomischen Folgen noch gar nicht präzise abschätzen.

Den Opfern werden jetzt von Bund und Ländern insgesamt 30 Milliarden Euro für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt, der ohne Zweifel ein Kraftakt sein wird. Angesichts der schwerwiegenden Ausmaße der Flutkatastrophe ist es für die Techniker Krankenkasse (TK) eine Selbstverständlichkeit, Versicherten und Leistungserbringern schnell und unbürokratisch zu helfen. In Kooperation mit allen maßgeblichen Akteuren des Gesundheitswesens haben wir Lösungen gefunden, damit die Gesundheitsversorgung der Menschen vor Ort auch nach der Flut weiterhin gewährleistet ist.

Sven Füssel

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiter regionales Vertragswesen der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz
Service kurzfristig erweitert

Wichtige Informationen rund um die Themen Pflege- und Krankenversicherung sowie Rehabilitationsmaßnahmen wurden online zur Verfügung gestellt. Hilfsmittel, wie etwa Rollatoren oder Rollstühle, wurden kurzfristig ersetzt, ebenso wie flutbedingt unbrauchbar gewordene Medikamente oder Verordnungen wieder beschafft. Natürlich konnten Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Hochwasser auch via Service-Nummer der TK an unsere Mitarbeiter gerichtet werden. Durch ein kurzfristig geschaffenes Internet-Angebot für Arbeitgeber, denen es zum Beispiel nicht möglich war, Beitragszahlungen zu leisten, konnten Stundungsanträge online übermittelt werden. Gut handhabbare Lösungen wurden auch für Apotheken gefunden, die durch die Flut geschädigt wurden und infolgedessen Schwierigkeiten hatten, die üblichen Prozesse zur Abrechnung von Rezepten abzubilden.

Dank einer Sondervereinbarung der Krankenkassen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) besteht aktuell die Möglichkeit, Betroffene mit Wohnsitz im Landkreis Ahrweiler per Videosprechstunde akut psychotherapeutisch zu behandeln. 
Die ambulante ärztliche Versorgung wurde auch durch weitere innovative Lösungen wie etwa dem DB-MediBus, einer mobilen Arztpraxis, sichergestellt. Durch die Unterstützung der Deutschen Bahn und in Zusammenarbeit mit der hiesigen KV, wurde mit dem mobilen Bus schnell eine praktische Versorgungsmöglichkeit entwickelt.

Unterstützung für Kliniken und Einrichtungen 

Pragmatische Wege mussten auch für die Patienten geschaffen werden, die vor dem Hochwasser im neurologischen Zentrum in Ahrweiler behandelt wurden. Da die Einrichtungsräumlichkeiten schwer von der Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen wurden, war hier ein Fortsetzen der Behandlungen nicht möglich. Dank eines schnell getroffenen Abkommens zwischen den gesetzlichen Krankenkassen in Rheinland-Pfalz und der Reha-Einrichtung werden die Patienten durch interdisziplinär arbeitende Teams ambulant dort aufgesucht, wo sie sich aktuell befinden. Generell unterliegt die stationäre Versorgung in den Hochwasser-Gebieten jedoch erheblichen Einschränkungen.

Daher war die Verlegung von Patienten in nächst gelegene Klinikendringend notwendig. Auch das geschah unkompliziert und rasch. Darüber hinaus hat die TK bereits signalisiert, die entsprechenden Kliniken zu unterstützen. Sicher wird die Versorgung im stationären Bereich in Gebieten der Hochwasserkatastrophe neu organisiert werden müssen. Dieser Wiederaufbau sollte allerdings unter Berücksichtigung ohnehin notwendiger Strukturreformen erfolgen. Sektoren- und trägerübergreifende Gesundheitszentren wären hier wünschenswert. So könnte man kleine Standorte in einem Neubau räumlich vereinen, damit zukunftssicher machen und die Versorgungsqualität nachhaltig steigern.

Wir hoffen, dass sich die Lage vor Ort schnell bessert und wünschen allen Betroffenen für die bevorstehende Zeit viel Kraft.