Erst Mitte Januar haben die Abgeordneten im Deutschen Bundestag über die zukünftigen Modalitäten der Organspende abgestimmt. Man einigte sich auf einen Kompromiss: Es gibt keine Verpflichtung zur Spende. Diese erfolgt, wenn kein Widerspruch hinterlegt ist. Geplant ist eine aktive Ansprache, etwa bei Ämtergängen. Der positive Nebeneffekt: Das Aufflammen der Debatte und die Berichterstattung der Medien führte zu einer höheren medialen Präsenz. Und das im ganzen Land.

Nachfrage nach Organspendeausweisen gestiegen

In Zahlen ausgedrückt: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verzeichnete im Januar 2020 eine mehr als doppelt so hohe Nachfrage nach Organspendeausweisen als sonst. Fast eine Dreiviertelmillion Kärtchen wurden von den Bundesbürgern allein in einem Monat angefordert.

Diskussion ist zu begrüßen

Dass eine solche Debatte um die Organ- und Gewebespende nottat, erkennt man auch an den im Freistaat erhobenen Zahlen: Im Jahr 2019 gaben zwar ganze 69 Prozent der durch den Thüringen-Monitor Befragten an, bereit zur Organspende zu sein. Dagegen besaßen allerdings nur etwas mehr als ein Viertel der Thüringer (27 Prozent) auch einen Organspendeausweis. Zum Januar 2020 standen 9.011 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Daher ist die Diskussion um die Organspende besonders zu begrüßen. Egal, wie die individuelle Entscheidung zur Spende ausfällt: Wichtig ist deren Dokumentation. Aus diesem Grund bietet auch die TK einen Organspendeausweis zum Download an.

Offen für eine Blutspende

Bei Blutspenden sehen die Zahlen anders aus: Vor fünf Jahren wurden pro 100 Deutschen fünf sogenannte Vollblutspenden registriert, mehrere Spenden pro Person eingerechnet. Auf dem Papier gaben hingegen sogar zwölf von 100 Thüringern an, regelmäßig Blut zu spenden und weitere 19, es zumindest gelegentlich zu tun. Nur 16 Prozent der Befragten stehen einer Blutspende dagegen kritisch gegenüber.

Die im vergangenen Jahr erhobenen Zahlen sprechen eine klare Sprache: Thüringer sind offen für eine Blutspende und zeigen Bereitschaft dazu. Das ist auch gut so: Jeden Tag werden in der Bundesrepublik circa 15.000 Blutkonserven benötigt.