Mainz, 28. Februar 2022. 407 Menschen aus Rheinland-Pfalz warten derzeit auf eine Organspende, die ihr Leben retten kann. Besonders häufig benötigt wird eine Nierenspende (333-mal), 38 Menschen brauchen eine Lebertransplantation und 25 ein neues Herz. Zwölf junge Menschen aus Rheinland-Pfalz, die ein Organ benötigen, sind noch nicht volljährig. 

"Unsere aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage hat ergeben, dass 84 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber eingestellt sind. Aber trotzdem haben nur 45 Prozent der Befragten in diesen drei Ländern angegeben, einen Organspendeausweis zu besitzen", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. Offenbar setzten sich noch zu wenige Menschen hierzulande aktiv damit auseinander, was mit ihren Organen im Falle eines Falles geschehen solle, oder dokumentieren ihre Überlegungen nicht konsequent genug, meint Simon.

"Wichtig ist in jedem Fall, sich zu informieren und eine Entscheidung für oder gegen die Organspende zu treffen, diese im Organspendeausweis oder in naher Zukunft in einem Online-Register zu dokumentieren. Diese Entscheidung kann jederzeit angepasst werden. Auch für die Angehörigen ist es meist eine große Erleichterung zu wissen, was die betreffende Person in bestimmten Situationen möchte", sagt der TK-Landeschef. 

Neues Online-Register: Start für Ende 2022 anvisiert

Ursprünglich sollte mit dem vor zwei Jahren beschlossenen "Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende", das am 1. März in Kraft tritt, auch das Online-Register starten. Laut Bundesgesundheitsministerium verzögert sich der Start allerdings aufgrund der Corona-Pandemie bis Ende 2022. Begleitet durch Beratungen von etwa Bürgerämtern und Ärztinnen und Ärzten soll es dann möglich sein, dass Bürgerinnen und Bürger ihre individuelle Entscheidung in dem Online-Register dokumentieren.

Hinweis für die Redaktion

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im Dezember 2021 bundesweit 1.000 Menschen bevölkerungsrepräsentativ telefonisch zum Thema Organspende befragt.

Die aktuellen Wartelistenzahlen (Stand 1. Januar 2022) stammen von der Stiftung Eurotransplant mit Sitz in Leiden/Niederlande. Eurotransplant ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern.

Weitere Infos zur Organspende gibt es auf tk.de, Suchnummer 2022452, im TK-Podcast "Ist das noch gesund?" oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).