Mainz, 15. Februar 2019. Nach Angaben der Stiftung Eurotransplant warten aktuell in Rheinland-Pfalz 411 Menschen auf ein Spendeorgan. Doch nicht nur hier zu Lande, sondern auch bundesweit ist die Situation nach wie vor ernst. Seit Jahren sinkt die Zahl der Spenden. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, hat der Bundestag am gestrigen Donnerstag ein Gesetz beschlossen, das in erster Linie Entnahmekliniken stärken und dabei helfen soll, potentielle Organspender zu identifizieren.

"Wir begrüße diesen Schritt sehr. In Rheinland-Pfalz trat bereits zum Jahresbeginn das Landesausführungsgesetzes zum Transplantationsgesetz in Kraft", betont Jörn Simon, Leiter der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK). Simon: "Auch die Landesausführung sieht die Freistellung des Transplantationsbeauftragten von beispielsweise zehn Prozent seiner Arbeitszeit für jeweils zehn Intensivbetten vor." Außerdem soll künftig jede Intensivstation über einen eigenen Transplantationsbeauftragten verfügen. Dieser ist nicht mehr dem Abteilungsleiter, sondern direkt dem ärztlichen Direktor unterstellt, eine Neuerung, die seine Unabhängigkeit ebenfalls stark verbessern dürfte. 

Transplantationsbeauftragte werden gestärkt

Durch diese Gesetzesänderungen auf Bundes- wie Landesebene werden Transplantationsbeauftragte künftig gestärkt. Ihnen steht zudem mehr Zeit zur Verfügung um sicherzustellen, dass potentielle Organspender nicht übersehen oder intensivmedizinische Maßnahmen eingestellt werden, ohne vorher die Möglichkeit einer Organspende zu klären. "Diese Regelungen werden dazu beitragen, Vertrauen und Transparenz in die Organspende maßgeblich zu stärken", ist Simon überzeugt. 

Laut jüngsten Daten von Eurotransplant wurden während des vergangenen Jahres in Rheinland-Pfalz 100 Organe verpflanzt. Hinzu kommen 17 Lebendspenden von Nieren. Zum Vergleich: 2017 wurden in Rheinland-Pfalz 99 Transplantationen sowie 14 Organspenden von Lebendspendern durchgeführt. Wie die TK-Landesvertretung weiterhin mitteilt, stieg die Zahl der bundesweiten Transplantationen hingegen binnen eines Jahres von 3.057 auf 3.599 - eine prozentuale Steigerung von nahezu 18 Prozent. "Doch abhängig von Blutgruppe und Dringlichkeit wartet man in Deutschland auf eine Spenderniere durchschnittlich zwischen fünf und sechs Jahren.", so Simon.