Mainz, 12. Oktober 2020. Während im Zuge der Corona-Pandemie die Organspenden in europäischen Ländern wie Italien oder Spanien um 30 bzw. 50 Prozent eingebrochen sind, ist es in Deutschland zu keinem großen Rückgang gekommen, wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz berichtet. Vor der Pandemie zeichnete sich hierzulande sogar ein positiver Trend ab und die Organspenden lagen deutlich über denen des Vorjahres.

Diese Entwicklung zeigt sich auch an der Zahl der Menschen, die auf ein Spenderorgan warten: Waren es viele Jahre lang rund 10.000 Betroffene auf der Warteliste, sind es zum Stichtag 1. Juli 2020 knapp über 9.000, davon 409 Menschen aus Rheinland-Pfalz. 

Am häufigsten benötigen die rheinland-pfälzischen Patienten eine Niere (339), eine Leber (41) oder ein Spenderherz (26). Die Zahl der Transplantationen sank im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bundesweit leicht von 2044 auf 1967. In Rheinland-Pfalz wurden 61 Organe verpflanzt, 2019 waren es 65.

Wille zu Lebzeiten dokumentieren

"In Deutschland gibt es laut Deutsche Stiftung Organspende pro Tag durchschnittlich 2,6 Spender. Gleichzeitig gibt es aber 8,5 entsprechende Kontakte mit Angehörigen. Man sieht also, dass hier noch mehr Potential vorhanden wäre", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "Damit Angehörige nicht in einer dramatischen Situation eine Entscheidung treffen und mutmaßen müssen, wie der Wille des Verstorbenen ist, sollte jeder zu Lebzeiten zum Beispiel in einem Organspendeausweis dokumentieren, ob er gewillt ist, Organe zu spenden oder nicht. Denn täglich sterben in Deutschland im Mittel drei Menschen, weil sie ein benötigtes Spenderorgan nicht erhalten", ergänzt Simon.   

Hinweis für die Redaktion:

Die TK bezieht sich auf Zahlen von Eurotransplant und der Deutschen Stiftung Organspende.