Mainz, 7. Februar 2022. In Rheinland-Pfalz gibt es rund 3.000 Selbsthilfegruppen, deren 28.000 ehrenamtliche Mitglieder sich für kranke oder behinderte Menschen und ihre Angehörigen engagieren und sie bei der Bewältigung ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung und der Auswirkungen auf ihren Alltag unterstützen.

Weil ihre Arbeit so wertvoll für die Allgemeinheit ist, werden sie von den Krankenkassen pauschal oder projektbezogen gefördert. So stellt die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr erneut rund 88.700 Euro für Projekte von landesweiten Selbsthilfeorganisationen zur Verfügung.

"Im vergangenen Jahr haben wir sieben herausragende Projekte in Rheinland-Pfalz mit rund 87.800 Euro fördern können", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung. "Unser Fokus liegt dabei auf innovativen und technisch unterstützenden Projekten, wie beispielsweise  dem Projekt "Digitale Wege in der Beratung und der Selbsthilfe" des Landesverbands der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft oder dem Podcast des Landesverbands Aphasie", sagt Simon.

Dritter Platz beim rheinland-pfälzischen Selbsthilfepreis

Beim kürzlich verliehenen rheinland-pfälzischen Selbsthilfepreis der Ersatzkassen konnte die Selbsthilfegruppe Aphasie, die sich um Betroffene von Sprachstörungen nach einer Schädigung der linken Gehirnhälfte kümmert, den dritten Platz erzielen. Eine solche Sprachstörung kann beispielsweise nach einem Schlaganfall, einem Tumor oder einem Unfall auftreten.

"Wer könnte Betroffene besser verstehen als Menschen, die entweder selbst an einer Erkrankung leiden oder Angehörige eines oder einer Betroffenen sind. Dieses Verständnis schafft Vertrauen und das Gefühl, nicht alleine mit seinem gesundheitlichen Problem zu sein. Zu wissen, dass es andere gibt, denen es ähnlich geht, und sich mit ihnen auszutauschen, kann psychisch eine große Hilfe sein", sagt der TK-Landeschef. "Was die Ehrenamtlichen leisten, ist eine große Unterstützung für das Gesundheitssystem und eine wichtige Säule für die Gesellschaft." 

Hinweis an die Redaktion:

Die TK ist als größte bundesweite Kasse einer der Hauptfinanziers der Selbsthilfeförderung. Im Jahr 2022 stellt die TK rund 12,8 Millionen Euro dafür bereit. Davon gehen 70 Prozent der Gelder in die Pauschalförderung. Diese Fördermittel werden wiederum zu 80 Prozent an die Länder weitergegeben. Damit werden sowohl die Landesverbände- und Organisationen als auch die örtlichen Selbsthilfegruppen- und kontaktstellen gefördert.

Für die kassenindividuelle Projektförderung von landesweiten Selbsthilfeorganisationen verbleiben 15 Prozent der Fördermittel im Land. Weitere 15 Prozent gehen an bundesweite Organisationen. Bei dieser Förderung legt die TK gezielt den Fokus auf innovative und technisch unterstützende Projekte in der Selbsthilfe. Im Jahr 2022 stellt die TK für die kassenindividuelle Projektförderung in Rheinland-Pfalz knapp 90.000 Euro zur Verfügung. Weitere Informationen zur Selbsthilfeförderung in Rheinland-Pfalz sind hier zu finden.