Das Gesundheitswesen ist in der aktuellen Situation gezwungen, einen Balanceakt zu vollführen: Die Routine muss weiterlaufen, während gleichzeitig Überlastungsszenarien zu Vorsicht und staatlicher Steuerung zwingen. Nach Abklingen der ersten Akutphase der Corona-Pandemie lässt sich eine positive Zwischenbilanz ziehen. Und das haben wir der Struktur des deutschen Gesundheitswesens zu verdanken - und den darin tätigen Menschen.

Guido Dressel

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Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen

Wirkungsvolle Schutzmauer

Wir haben erlebt, wie niedergelassene Ärzte in der ersten Phase eine wirkungsvolle Schutzmauer um die Krankenhäuser gezogen haben. Und auch die schlichte Tatsache, dass in Deutschland pro Kopf der Bevölkerung schon im "Normalzustand" viermal mehr Intensivbetten zur Verfügung stehen als in Spanien oder Italien, hat maßgeblich zur Vermeidung einer Überlastungssituation beigetragen und der Politik einen eher maßvollen Lockdown überhaupt erst ermöglicht.

Das Gesundheitswesen ist ein Stabilitätsanker

Natürlich hat sich auch gezeigt, dass besser ausgestattete staatliche Strukturen - zum Beispiel im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) - oder mehr Reserven und Vorsorge bei Schutzausrüstung et cetera von Vorteil wären. Hier muss die Politik konsequent nachsteuern.

Verschiedentlich geäußerte Klagen über ein "kaputtgespartes Gesundheitswesen" sind aufgrund der Lage jedoch einfach nur grotesk. Relative Staatsferne, Wettbewerb und die sozialversicherungsrechtliche Organisation werden auch in der nächsten Phase dafür sorgen, dass das Gesundheitswesen ein Stabilitätsanker bleibt.