Potsdam, 4. Dezember 2018. Operationen an den Mandeln gehören in Deutschland zu den häufigsten Eingriffen bei Kindern. Nächstes Jahr soll die ambulante Teilentfernung der Gaumenmandeln Bestandteil der Regelversorgung werden. In Brandenburg können Eltern, deren Kinder Probleme mit vergrößerten Gaumenmandeln haben, schon jetzt die innovative Behandlung in Anspruch nehmen. Ein Versorgungsvertrag der Techniker Krankenkasse (TK) ermöglicht den schonenden Eingriff, ganz ohne Krankenhausaufenthalt.

Sichere und schonende Behandlung

Der Versorgungsvertrag wurde erstmalig 2013 eingeführt und im Juli dieses Jahres auf Brandenburg ausgeweitet. Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin und Brandenburg: "Probleme mit den Mandeln sind bei Kindern weit verbreitet. Kehren die Beschwerden immer wieder zurück, wird häufig ein operativer Eingriff empfohlen. Natürlich wünschen sich Eltern für ihre Kinder eine sichere und schonende Behandlung. Deshalb ist es toll, wenn die kleinen Patienten nicht ins Krankenhaus müssen, sondern der Eingriff ambulant vorgenommen wird und zudem noch risikoärmer ist."

Mehrere Eingriffe bereits durchgeführt

Seit der Vertragsausweitung auf Brandenburg wurde die schonende Teilentfernung der Gaumenmandeln innerhalb der ersten Wochen rund zwanzigmal durchgeführt. In Berlin werden jährlich rund 400 Eingriffe vorgenommen. Neben der verbesserten Methodik bei der Operation können die Familien mit Unterstützung der TK die Option auf eine Zweitmeinung in Anspruch nehmen. So kann der Eingriff noch sorgsamer geplant werden.

Mandeln bleiben erhalten

Kinder mit vergrößerten Gaumenmandeln leiden häufig unter wiederkehrenden Symptomen wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Um die chronischen Schmerzen zu bekämpfen, können die Gaumenmandeln (teil-)entfernt werden. Bei einer Tonsillotomie werden sie verkleinert. Im Gegensatz zur Tonsillektomie, bei der sie vollständig entnommen werden, können die Gaumenmandeln so weiterhin ihre Funktion im Körper erfüllen. Die ambulante Tonsillotomie erfolgt unter Anwendung modernster Technik, zum Beispiel mittels Laser.

Persönliche Nachbehandlung

Nach nur wenigen Stunden können die Kinder wieder nach Hause in ihr gewohntes Umfeld. Falls die Eltern Fragen nach der Operation haben, können sie jederzeit über die telefonische Rufbereitschaft Kontakt zu den Medizinern aufnehmen. Eine erste Kontrolle und Nachbehandlung erfolgt durch den operierenden Arzt einige Tage nach dem Eingriff.

Hinweis an die Redaktion

Krankenkassen können Verträge über eine besondere Versorgung, zum Beispiel bestimmte Leistungen außerhalb der Regelversorgung, für ihre Versicherten abschließen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die ambulante Tonsillotomie als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Im kommenden Jahr ist die Aufnahme in die Regelversorgung geplant.