Düsseldorf, 27. August 2019. Zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bekommen immer mehr Erwachsene in Nordrhein-Westfalen (NRW) Medikamente mit dem umstrittenen Wirkstoff Methylphenidat verordnet, der unter anderem im Arzneimittel Ritalin verwendet wird.  Das ergab eine Auswertung von Routinedaten der Techniker Krankenkasse (TK) in NRW. Im Zeitraum von 2015 bis 2018 verzeichnete die Kasse 39 Prozent mehr TK-Versicherte über 18 Jahre, die das Medikament erhielten. Darunter waren deutlich mehr Männer als Frauen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gingen die Verordnungen im gleichen Zeitraum um über vier Prozent zurück.

ADHS äußert sich bei Mädchen anders

Kinder und Jugendliche bekommen aber immer noch deutlich häufiger Medikamente gegen ADHS als Erwachsene, da die Erkrankung vermehrt in jungen Jahren auftritt. Jungen sind dabei nicht nur öfter betroffen, die Krankheit äußert sich bei ihnen in der Regel auch anders. Barbara Steffens, Landeschefin  der TK in NRW: "Während Jungen vor allem hyperaktiv sind, zeigen Mädchen ganz andere Symptome. Sie fallen eher durch geringeres Selbstbewusstsein, erhöhten Redebedarf oder Vergesslichkeit auf." Im Erwachsenenalter nehmen diese Unterschiede ab.

Hinweis für die Redaktionen

Für die Analyse wurden Routinedaten der TK-Versicherten von Anfang 2015 bis Ende 2018 ausgewertet.