Hamburg, 11. Oktober 2018. 84 Prozent der Menschen in Norddeutschland würden einen nahen Angehörigen mehrere Stunden pro Woche pflegen. Das geht aus dem aktuellen Meinungspuls Pflege der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Damit bewegen sich die Nordlichter nah am bundesweiten Durchschnitt von 86 Prozent. Jeder zweite Norddeutsche, der einen Angehörigen pflegen würde, kann sich außerdem vorstellen, dafür auch im Beruf kürzer zu treten. Fast acht von zehn Norddeutschen können sich vorstellen, einen Angehörigen mit Demenz selbst zu versorgen.

"Auch, wenn in der Realität viel weniger Menschen pflegen - die Umfrage zeigt, dass es eine große Bereitschaft zur Pflege von Angehörigen gibt und die Menschen sich verantwortlich fühlen", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. 

Unterstützung für pflegende Angehörige

Für den TK-Meinungspuls Pflege befragte Forsa die Menschen, was ihre persönliche Bereitschaft steigern würde, einen nahen Angehörigen zu pflegen. Auf Platz eins liegt bei den Norddeutschen mit 82 Prozent der Wunsch, fachkundig beraten zu werden und diese Beratung auch jederzeit in Anspruch nehmen zu können. Platz zwei belegt der Wunsch, bei der Pflege von der Familie oder Freunden unterstützt zu werden.

Zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen bietet die TK neben Pflegeberatung - auch vor Ort - auch digitale Angebote, wie den TK-Pflege-Coach, an. Der TK-Pflege-Coach ist kostenlos und kann auf dem Smartphone, Tablet oder PC genutzt werden. Pflegende können je nach Bedarf vier verschiedene Module auswählen. Die Anwendung vermittelt zum Beispiel Pflegetechniken, Information über die Pflegeumgebung und unterstützt bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle. Auch eigene körperliche und psychische Belastungen der Pflegenden sind ein Thema des Coaches.

Zuhause alt werden

Fast neun von zehn Norddeutschen haben den Wunsch, in ihren eigenen vier Wänden alt zu werden und dort gepflegt zu werden. Neben den Wünschen beim Älterwerden wurden die Menschen auch gefragt, was ihre Sorgen und Ängste sind. 61 Prozent der Norddeutschen haben laut der Umfrage Angst vor dem Verlust ihrer Selbstständigkeit.

"Wichtig ist, dass man mit seinen Angehörigen über das Thema der eigenen Pflegebedürftigkeit spricht, damit sie auf diesen Fall vorbereitet sind und wissen, welche Vorstellungen man hat. In Deutschland scheint die eigene Pflege aber ein Tabuthema zu sein. Mehr als die Hälfte Norddeutschen gibt an, noch nie über die eigene Pflege gesprochen zu haben. Norddeutschland liegt dabei mit 57 Prozent ungefähr im bundesweiten Schnitt (56 Prozent)", sagt Puttfarcken.

Hinweis für die Redaktionen

Im Auftrag der TK befragte Forsa im April 2018 für den  TK-Meinungspuls Pflege bevölkerungsrepräsentativ 1.007 Menschen in Deutschland zum Thema Pflege. In computergestützten Telefoninterviews wurden in Privathaushalten lebende Personen ab 18 Jahren befragt. Die Stichprobe ist nach Region, Geschlecht, Alter und Bildung gewichtet. Weitere Presseinfografiken stehen online zur Verfügung.

Unter dem Begriff Norddeutschland werden die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gefasst.