Stuttgart, 22. Juli 2019. Das Netz der hausärztlichen Versorgung wird in Baden-Württemberg zunehmend dünner: Während sich im Jahr 2014 in rund 50 Prozent der über 100 Versorgungsbereiche Hausärzte niederlassen konnten, sind es jetzt 80 Prozent. Darauf weisen die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) und die Techniker Krankenkasse (TK) in einer gemeinsamen Pressemitteilung zum Start der TK-DocTour 2019 heute in Stuttgart hin.

Medizinstudierende bekommen Infos von Praktikern

Die TK im Südwesten nimmt zum sechsten Mal zwölf Nachwuchsmediziner auf eine einwöchige Tour durch Baden-Württemberg. Unter der Devise "Smart am Start als Landarzt 4.0" stehen wieder mehrere Praxisbesuche auf dem Tourplan, bei denen sich die Teilnehmer direkt mit niedergelassenen Ärzten austauschen können.

Zudem erfahren die Studierenden eine Menge über die Gründung und Finanzierung einer Praxis und kommen auch mit Landräten und Bürgermeistern ins Gespräch. "In den vergangenen Jahren haben etliche Neuregelungen dafür gesorgt, dass auch Landärzte sozialverträgliche Arbeitsbedingungen bei guter Bezahlung vorfinden. Das wollen wir den Studierenden vermitteln", sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg.

KV Baden-Württemberg und Kassen fördern die Niederlassung

Obwohl KV und Kassen im Rahmen des Programms "Ziel und Zukunft" Jungmedizinern, die nach Abschluss der Ausbildung den Sprung in die Niederlassung in einem unterversorgten Gebiet wagen, finanziell unter die Arme greifen, nimmt der Mangel an Hausärzten weiter zu. "Derzeit sind von den rund 7.100 niedergelassenen Hausärzten im Südwesten etwa ein Drittel über 60 Jahre alt. Wir gehen davon aus, dass wir rund 500 Hausarztpraxen in den kommenden Jahren nicht nachbesetzen können", sagte Dr. Norbert Metke, Vorsitzender der KVBW.

„Gleichwohl", betonte Metke, „bedanken wir uns für den großen Einsatz der Hausärzte. Denn trotz Ärztemangel sind die Behandlungszahlen bei den Hausärzten in den vergangenen Jahren gestiegen.“ Zudem freue er sich, dass die Krankenkassen gemeinsam mit der KV mehr als fünf Millionen Euro jährlich für die Förderung von Niederlassungen zur Verfügung stellen.“

"Seit fünf Jahren macht die TK in Baden-Württemberg mit ihrer DocTour auf den Mangel an Ärztinnen und Ärzten auf dem Land aufmerksam. Das ist ein wertvoller Beitrag zur Verbesserung der regionalen Versorgung", betonte Dr. Metke. "Die TK ist für uns ein wichtiger Partner, wenn es darum geht, moderne Lösungen zu finden."

Hinweis für die Redaktionen

Die TK-DocTour 2019 besteht aus zwei Teilen: Der erste Abschnitt mit sechs angehenden Medizinern beginnt heute in Stuttgart und endet am 24. Juli in Konstanz. Mit sechs neuen Studentinnen und Studenten geht es dann am gleichen Tag auf die zweite Etappe von Konstanz über den Nordschwarzwald nach Karlsruhe, wo die Tour am 26. Juli endet.