Stuttgart, 9. August 2018. Erwerbspersonen in Baden-Württemberg sind deutlich weniger krank als anderswo. 12,4 Fehltage im Durchschnitt zählte die Techniker Krankenkasse (TK) 2017 bei ihren erwerbstätigen Versicherten im Land. Zum Vergleich: Der Bundesschnitt liegt bei 15,1 Fehltagen, in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt fehlten Erwerbspersonen sogar um die 19 Tage.

Regionale Unterschiede von 10 bis 15,4 Fehltagen

Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: Die Heidelberger hatten mit 10 Tagen die niedrigsten Fehlzeiten in Baden-Württemberg, gefolgt von den Stuttgartern mit 10,4 und den Böblingern mit 10,5 Tagen. Am oberen Ende der Skala liegt mit 15,4 Tagen der Neckar-Odenwald-Kreis - als einziger Kreis mit einem Wert über dem Bundesschnitt. Es folgen Pforzheim mit 14,9 und Rastatt mit 14,5 Fehltagen und damit schon unterdurchschnittlichen Werten.

Ursachen sind vielfältig

"Die Unterschiede sind von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel Alter und Geschlecht der Versicherten, den sozialen Verhältnissen sowie den Beschäftigungsfeldern", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. So hätten beispielsweise Frauen mehr Fehltage als Männer, Arbeitslose mehr als Beschäftigte und Arbeiter mit körperlich anstrengenden Berufen fehlten häufiger als Angestellte mit Bürojobs.

Rückenschmerzen & Co. auf Platz Eins

Die Hauptursachen für Krankschreibungen im Land waren Muskel-Skelett-Schmerzen mit 2,19 Tagen, psychische Probleme mit 2,16 Tagen und akute Infekte der oberen Atemwege mit 2,05 Tagen. Dabei plagen Rückenschmerzen und ähnliches am häufigsten die Arbeitnehmer im Neckar-Odenwald-Kreis (2,97 Tage), in Rastatt (2,87 Tage) und dem Main-Tauber-Kreis (2,86). Spitzenreiter bei den psychischen Diagnosen sind Pforzheim mit 3,1 Fehltagen, der Schwarzwald-Baar-Kreis (2,88 Tage) und der Landkreis Emmendingen (2,85). Die Grippe mit ihren Begleiterscheinungen wütete 2017 am heftigsten in Heidenheim (2,46 Tage), Mannheim (2,37 Tage) und Baden-Baden (2,29 Tage).

Psychische Diagnosen steigen um drei Prozent

"Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir außer bei den Atemwegsinfektionen nur bei den psychischen Diagnosen erneut einen Anstieg um fast drei Prozent", erklärt TK-Leiter Vogt. "Die Gründe für psychische Erkrankungen sind vielfältig und individuell. Stress am Arbeitsplatz kann ein Faktor sein, der eine psychische Erkrankung begünstigt." Damit es gar nicht erst soweit komme, seien Arbeitgeber gefordert, Lösungen zu entwickeln, die Mitarbeiter langfristig gesund zu erhalten. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), auch mit Unterstützung von Krankenkassen, kann dabei hilfreich sein.

Ansprechpartner Presse

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