Bremen, 30. März 2022. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der gemeldeten Behandlungsfehler in Bremen und Bremerhaven im Jahr 2021 gesunken. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Demnach vermuteten im vergangenen Jahr insgesamt 40 TK-Versicherte in der Hansestadt einen ärztlichen Fehler bei ihrer Behandlung und meldeten diesen ihrer Krankenkasse - 2020 lag die Zahl der gemeldeten Fälle noch bei 45.

Eine mögliche Begründung der abnehmenden Zahlen könnte die Corona-Pandemie liefern, da hier planbare Operationen teilweise verschoben wurden.

Bundesweit meldeten im letzten Jahr 5.981 Patientinnen und Patienten ihren Verdacht bei der TK. Dabei gab es die meisten Beschwerden über Behandlungen bei Chirurgen (30 Prozent der Verdachtsfälle). Danach folgten Zahnärzte (17 Prozent), Allgemeinmediziner (10 Prozent) und Geburtshilfe sowie Gynäkologie (10 Prozent). 7 Prozent der gemeldeten Verdachtsfälle bezogen sich auf Pflegefehler, 5 Prozent auf Behandlungen bei Orthopäden.

Hohe Dunkelziffer

"Bei diesen Zahlen muss man wissen, dass hinter den gemeldeten Fällen auch eine sehr hohe Dunkelziffer liegt. Viele Versicherte kommen gar nicht auf die Idee, sich bei der Krankenkasse zu melden und sich Hilfe zu holen. Insofern zeigen die Zahlen nur die Spitze des Eisbergs", weiß Sabrina Jacob, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen. 

Nicht jeder Verdachtsfall entpuppt sich letzten Endes auch als Fehler. Nur bei etwa jedem dritten Fall erhärten sich die Hinweise auf einen Behandlungsfehler. 

TK hilft via Beratungstelefon und Online-Lotsen

Die TK unterstützt ihre Versicherten mit einer Beratungshotline (040 - 46 06 61 21 40), einem Online-Lotsen  und einer Beratungsbroschüre . "Die Kasse kann zudem beispielsweise beim Medizinischen Dienst (MD) für Betroffene kostenfreie Gutachten in Auftrag geben, die die Versicherten später für ihre juristische Auseinandersetzung nutzen können", so Jacob weiter.

Die TK setzt sich auch intensiv dafür ein, dass Fehlgriffe bei der medizinischen Behandlung gar nicht erst passieren. Hier finden sich die verschiedenen Projekte der TK für mehr Patientensicherheit sowie Tipps und Tricks für Patientinnen und Patienten, denn auch sie selbst können einen wichtigen Beitrag zu ihrer Sicherheit leisten.