Frankfurt am Main, 19. Juni 2020. Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung: In Hessen erkranken über 4.300 Frauen jedes Jahr daran. Oft stehen Brustkrebspatientinnen und ihre behandelnden Ärzte nach einer Tumor-OP vor der schwierigen Entscheidung, ob eine Chemotherapie durchgeführt werden soll, um einer wiederkehrenden Krebserkrankung vorzubeugen. Ein Genexpressionstest kann viele Patientinnen bei dieser Entscheidung unterstützen und dabei helfen, das individuelle Risiko eines erneuten Tumors besser einzuschätzen. Deshalb haben TK-Versicherte nun Zugang zu allen vier Genexpressionstests, die die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie empfiehlt. Die TK ergänzt damit die Regelversorgung, in der aktuell nur ein Test erstattet wird, und lässt Arzt und Patientin die Wahl. 

Empfehlung für oder gegen Chemotherapie oft nicht eindeutig

Die Chemotherapie zählt nach wie vor zu den wichtigsten Behandlungsformen bei einer Krebserkrankung und wird häufig ergänzend zu einer Operation eingesetzt. Aber nicht alle Patientinnen mit Brustkrebs profitieren gleichermaßen von dieser medikamentösen Krebsbehandlung. "Nach Schätzungen des Gemeinsamen Bundesausschusses können Ärzte bei fast 30 Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs in einem frühen Stadium keine eindeutige Empfehlung für oder gegen eine Chemotherapie geben", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen. "Wenn die klinisch-pathologischen Faktoren keine klare Empfehlung für oder gegen eine Chemotherapie zulassen, ermöglicht ein Genexpressionstest in Verbindung mit den weiteren Untersuchungsergebnissen und den Präferenzen der Patientin eine fundiertere Entscheidung", ergänzt Professor Carsten Denkert, Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Marburg. "Nutzen und Risiken einer Chemotherapie mit ihren Nebenwirkungen und Folgen können abgewogen und unnötige Belastungen für die Patientinnen vermieden werden", so Dr. Voß.  

Test untersucht biologische Eigenschaften des Tumorgewebes

Ein Genexpressionstest untersucht die biologischen Eigenschaften des Tumorgewebes. Die Aktivität verschiedener Gene in den Krebszellen lässt Rückschlüsse zu, wie hoch das individuelle Risiko für die Patientin ist, dass der Tumor wiederkehrt. Aufgrund des TK-Vertrags können Ärzte gemeinsam mit ihrer Patientin denjenigen Test auswählen, der aus ihrer Sicht für die Therapieentscheidung am besten geeignet ist. Momentan sind bundesweit 125 Ärzte aus dem ambulanten und stationären Bereich in das bundesweite Netzwerk des besonderen Versorgungsvertrags eingebunden, darunter sechs ambulant tätige Ärzte aus Hessen sowie Professor Denkert vom Universitätsklinikum Marburg. Das Netzwerk ist offen für alle qualifizierten Leistungserbringer wie etwa Gynäkologen mit Schwerpunkt in der Krebsbehandlung oder Pathologen, die am besonderen Versorgungsvertrag teilnehmen möchten.  

Einfache digitale Einschreibung

Ein weiterer Vorteil: Die TK bietet ihren Versicherten eine einfache digitale Einschreibung an. Die erforderlichen Informationen können per Smartphone, Tablet oder PC auf einer geschützten TK-Seite eingegeben werden. Die Patientin erhält sofort online eine Bestätigung und die Behandlung kann direkt beginnen. Patientin und Praxis werden damit von unnötiger Bürokratie entlastet. Einen Erklärfilm zur digitalen Einschreibung gibt es unter www.tk.de (Suchnummer 2086268)

Hinweis für die Redaktion

Vertragspartner der TK sind der Bundesverband Deutscher Pathologen und die Managementgesellschaft Convema. Die reguläre Kostenerstattung in der gesetzlichen Krankenversicherung umfasst aktuell den Oncotype-DX-Test. Der besondere Versorgungsvertrag der TK ergänzt die derzeitige Regelversorgung mit den CE-zertifizierten Tests Endopredict, Prosigna und Mammaprint.

Alle ambulant oder am Krankenhaus tätigen Ärzte, die am besonderen Versorgungsvertrag der TK teilnehmen, sind auf der Internetseite des Kooperationspartners CONVEMA GmbH abrufbar. 

Weitere Informationen zur Genexpressionsdiagnostik bei Brustkrebs finden Patientinnen und Ärzte unter www.tk.de (Suchnummer 2074090) .

Informationen zur Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie gibt es unter https://www.ago-online.de/