Die ambulante Versorgungsstruktur ist heute durch eine ungleiche regionale Verteilung geprägt. In einigen ländlich geprägten Regionen besteht oder droht ein Mangel an Ärzten, vornehmlich an Hausärzten. Dem gegenüber steht eine Überversorgung in und um Ballungszentren.

Vorschlag des Landes Schleswig-Holstein zielt in die falsche Richtung

Dr. Heiner Garg (FDP), Gesundheitsminister des Landes Schleswig-Holstein, schlägt vor, die Budgets für die vertragsärztliche Versorgung bundesweit abzuschaffen. Über diesen Vorschlag sollen seine Amtskolleginnen und Amtskollegen aus den Ländern in der Gesundheitsministerkonferenz am 20. und 21. Juni 2018 abstimmen.

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Dr. Johann Brunkhorst

Das Problem ist allerdings: Wenn ich die Praxisgründung und -übernahme nicht nur in den unterversorgten Regionen attraktiver mache, sondern genauso in den jetzt schon überversorgten, dann geht die Schere immer weiter auseinander. Der Anreiz, sich in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Regionen niederzulassen, würde noch weiter sinken

Begrenzte Einzelleistungsvergütung ist zielführender

Wesentlich zielführender als der Vorschlag des Landes Schleswig-Holstein zur flächendeckenden Endbudgetierung wäre eine begrenzte Aussetzung der Honorarverteilung und der Abrechnung der vertragsärztlichen Leistungen als Einzelleistungsvergütung nach EBM ohne Mengenbegrenzung mit dem regionalen Punktwert.

Ist in einem Planungsbereich eine Arztgruppe unterversorgt, ließe sich mit einer solchen, etwa auf zehn Jahre befristeten Ausnahmeregelung für die betroffene Arztgruppe in dem Planungsbezirk ein starker Anreiz für die Niederlassung oder den Verbleib setzen. Vor Umsetzung dieser begrenzten Einzelleistungsvergütung wäre die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung zumindest um die Vergütungsanteile der bereits in diesen Planungsbereichen praktizierenden Ärzte zu bereinigen.

Bestehende rechtliche Rahmen weiterhin ausschöpfen

Mit den jetzt bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen wird eine gleichmäßigere Verteilung nur langfristig und in kleinen Schritten erzielbar sein. Es ist davon auszugehen, dass das Niederlassungsverhalten ohne Veränderungen weiter deutlich zu Ungunsten der Randgebiete verlaufen wird. Deshalb müssen die zur Verfügung stehenden Instrumente weiterhin konsequent genutzt werden.