Frankfurt am Main, 7. Juli 2021. Jede und jeder Dritte (32 Prozent) in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland fühlt sich laut einer bevölkerungsrepräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durch die Corona-Pandemie stark oder sehr stark belastet. In den Krankmeldungen des vergangenen Jahres spiegelt sich dies jedoch nicht wider. Mit 14,7 Fehltagen pro Kopf lag der Krankenstand bei den Erwerbstätigen in Hessen im Jahr 2020 unter dem Bundesdurchschnitt (15,1 Tage) und deutlich unter den Werten der Jahre 2019 (15,3) und 2018 (15,4). Das zeigen Daten aus dem Gesundheitsreport 2021 der TK in Hessen. 

Rückgang der Fehlzeiten

Der Gesundheitsreport liefert keine Hinweise, dass sich die Gesundheit von Berufstätigen in der Corona-Pandemie generell verschlechtert hat. In Hessen sind die Fehlzeiten nahezu aller Diagnosen gesunken, insbesondere bei Erkrankungen des Atmungssystems. Hierzu haben aus Sicht der TK die pandemiebedingten Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln beigetragen, die nicht nur vor einer möglichen Ansteckung mit Covid-19, sondern generell vor Erregern von Atemwegs- oder auch Magen-Darm-Erkrankungen schützen. 

Ausnahmesituation kostet Kraft

Keinen Rückgang, aber auch keinen Anstieg der Fehlzeiten gab es 2020 bei den psychischen Diagnosen. Mit 2,7 Fehltagen pro Kopf liegen sie auf dem Niveau des Vorjahres. "In den vergangenen zehn Jahren haben wir einen kontinuierlichen Anstieg der Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen beobachtet. Dieser Trend hat sich in der Pandemie nicht fortgesetzt. Dennoch kostet die Ausnahmesituation Kraft", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen. Umso wichtiger ist es aus Sicht der TK, dass jede und jeder Einzelne eigenverantwortlich etwas für die eigene körperliche und psychische Gesundheit tut und sich dafür ganz bewusst und regelmäßig Zeit nimmt.

Infektionsgefahr ist näher gerückt

In der Forsa-Umfrage haben Befragte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland fehlende Treffen mit Verwandten und Freunden (90 Prozent) als Hauptbelastungsfaktor angegeben. Jeden Zweiten (55 Prozent) belastet die Angst, dass Angehörige oder Freunde an Corona erkranken könnten. Zudem zeigt die Umfrage: Die Pandemie ist  für immer mehr Menschen näher gerückt. Im vergangenen März kannten sieben von zehn Menschen (72 Prozent) in den genannten Bundesländern mindestens eine Person in ihrem engeren Umfeld, die sich mit dem Virus infiziert hatte. Im Mai 2020 waren es zwei von zehn Befragten (22 Prozent). 

So schlecht fühlt sich Deutsch­land

TK-Infografik zu Belastung durch Corona nach Bundesländern. Quelle: Forsaumfrage im Auftrag der TK, März 2021. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Belastung durch Corona nach Bundesländern. Quelle: Forsaumfrage im Auftrag der TK, März 2021.

Gute Unternehmens- und Führungskultur

In Zeiten von mobilem Arbeiten, Homeoffice und digitaler Zusammenarbeit stehen die Unternehmen aus Sicht der TK vor der Herausforderung, für eine gute Unternehmens- und Führungskultur und eine gesunde Arbeitsumgebung zu sorgen. Die TK unterstützt Unternehmen und Einrichtungen mit vielfältigen Angeboten im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), Veränderungen der Führungs- und Unternehmenskultur in der digitalen Arbeitswelt anzustoßen und umzusetzen. 

Online-Gesundheitscoach

TK-Versicherte, die etwas für ihre körperliche oder seelische Gesundheit tun möchten, können sich mit dem interaktiven TK-Gesundheitscoach ein individuelles Programm für ihre gesunde und nachhaltige Lebensführung zusammenstellen. In der Pandemie wurde der Coach um einen speziellen Corona-Bereich erweitert. Dort gibt es auch Infos und Tipps zum Stressabbau im Homeoffice.

Hinweise für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Arzneiverordnungen ihrer 5,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet, darunter 494.000 Versicherte aus Hessen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I. 

Für die Forsa-Befragung hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im März 2021 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen bundesweit zu ihrer Belastung durch Corona befragt.
Infos zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement, unter anderem auch für ein gesundes Arbeiten im Homeoffice und eine nachhaltige Führungskultur, gibt es im Firmenkundenportal der TK.