Berlin/Potsdam, 22. Januar 2019. Gesetzlich Versicherte, die 50 Jahre oder älter sind, können mit dem Okkultbluttest einmal im Jahr eine effektive Früherkennungsuntersuchung für Darmkrebs in Anspruch nehmen. In Berlin und Brandenburg sinkt jedoch der Anteil jener, die die Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen, seit Jahren. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) mit und beruft sich auf eine interne Auswertung. Im Vergleich zu 2014 sank der Anteil der TK-Versicherten im entsprechenden Alter, die die Versorgung in Anspruch nahmen, um fast ein Drittel (31,2 Prozentpunkte). Auch in Brandenburg nutzten im selben Zeitraum 25,8 Prozent weniger das Angebot.

Sinkende Zahlen in beiden Ländern

Von den insgesamt knapp 414.000 Berliner Versicherten, die den Test 2017 im Rahmen des Leistungsangebots der TK nutzen konnten, taten dies gerade einmal 26.200. Das entspricht einem Anteil von 6,3 Prozent. Zum Vergleich: Drei Jahre zuvor nutzte noch knapp jeder Zehnte (9,2 Prozent) der Berechtigten in der Hauptstadt das Angebot. In Brandenburg wurden 2017 12.000 entsprechende Früherkennungsuntersuchungen durchgeführt, 165.000 Versicherte hätten sie in Anspruch nehmen können. Der Anteil in Brandenburg sank ebenfalls - von 9,8 Prozent im Jahr 2014 auf 7,2 Prozent 2017. 

Bei dem Okkultbluttest, der auch Test auf verstecktes Blut genannt wird, werden über eine Stuhlprobe mögliche Anzeichen und Vorstufen von Darmkrebs identifiziert. Polypen, die sich in einigen Fällen zu bösartigen Tumoren entwickeln, können frühzeitig erkannt und entfernt werden. Seit 2017 wird ein neues Verfahren für den Stuhltest angewendet.

Koloskopie ab dem 55. Lebensjahr

Außerdem können gesetzlich Versicherte ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung (Koloskopie) in Anspruch nehmen. Sie kann im Abstand von zehn Jahren wiederholt werden und gilt als zuverlässige Früherkennungsmethode für Darmkrebs. 

Im Jahr 2017 haben in der Hauptstadt 2,6 Prozent der Männer, die bei der TK versichert sind und Anspruch auf die Behandlung haben, eine Koloskopie durchführen lassen. Bei den Frauen liegt die Rate bei 2,8 Prozent. In Brandenburg sieht es ähnlich aus: 3,2 Prozent der Frauen und 3,0 Prozent der Männer, die für die Leistung berechtigt sind, ließen sie 2017 auch vornehmen. Wird eine Koloskopie durchgeführt, sind bis zur nächsten Untersuchung keine Okkultbluttests notwendig.

Erhöhtes Krankheitsrisiko

Für Versicherte, die erblich bedingt oder aufgrund einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen, werden die Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen wesentlich früher und auch häufiger empfohlen. 

Hinweis an die Redaktionen

Weitere Informationen zur Darmkrebsvorsorge und den Leistungen der TK finden sie auf www.tk.de unter der Suchnummer 2019046.