Mainz, 19. Oktober 2020. Notsituationen treten immer plötzlich auf: Ein Arbeitskollege erleidet einen Schlaganfall, man ist Zeuge eines Verkehrsunfalls oder ein Mensch verliert das Bewusstsein in einem überfüllten Raum. Dann muss Erste Hilfe geleistet werden und zwar schnell. Laut einer Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) trauen sich allerdings 26 Prozent der Befragten in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland nicht zu, die lebensrettenden Maßnahmen zu ergreifen. Und das, obwohl in den drei Bundesländern insgesamt 93 Prozent schon einmal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben. 

Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz: "Die Mehrheit hat einen Erste-Hilfe-Kurs im Zuge des Führerscheins gemacht. In der Folge ist das dann häufig schon eine ganze Weile her - bei mehr als 50 Prozent der Umfrage-Teilnehmer liegt das Datum des Abschlusses bereits fünf Jahre zurück, bei 35 Prozent ist sogar schon eine Dekade vergangen. 

"Jeder von uns kann schnell in eine Situation geraten, in der eine schnelle, zielgerichtete Erste Hilfe Leben rettet - entweder als Helfender oder auch als derjenige, welcher der Hilfe bedarf. In Deutschland können jährlich 10.000 Menschen durch beispielsweise Wiederbelebungsmaßnahmen gerettet werden. Daher gilt es, nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern auch bundesweit sicherzustellen, dass möglichst viele Menschen diese wichtigen Kompetenzen abrufen und einsetzen können", betont TK-Landeschef Simon weiter. 

Erste Hilfe und Virtual Reality 

Da in Deutschland keine Verpflichtung besteht, einen Erste-Hilfe-Kurs zu wiederholen, ist die Motivation gering einen weiteren Auffrischungskurs zu besuchen. Damit wächst über einen längeren Zeitraum auch die Unsicherheit. Aus diesem Grund hat die TK in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) die Anwendung "TK-RescueMe VR" entwickelt. Es handelt sich dabei um eine  kostenfreie Erste-Hilfe-App für Smartphones, die anlässlich des weltweiten "World Restart a Heart Day" veröffentlicht wurde.

Mithilfe von Virtual Reality (VR) - in der deutschen Übersetzung "virtuelle Realität", lässt sich interaktiv per Video das Wissen, wie eine Herzdruckmassage durchgeführt wird, auffrischen. Und das unter "echten" Bedingungen. Teilnehmen kann jeder, der ein Smartphone besitzt. Eine Schulung dauert etwa 10 Minuten. Der Nutzer wird von der App direkt in eine virtuelle Notfallsituation gebracht. Unter Zeitdruck und Anleitung muss er eine Wiederbelebung durchführen. Die App ist nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen eingerichtet. So wird zum Beispiel auf die Mund-zu-Mundbeatmung verzichtet.

"Die App ersetzt noch lange keinen realen Erste-Hilfe-Kurs. Aber sie kann altes Wissen auffrischen und jederzeit verwendet werden. Zudem ist durch den Gamifcation-Ansatz und die Notfallsimulation der Lerneffekt sehr hoch", berichtet Simon.

Hinweis für die Redaktion 

Für die bisher unveröffentlichte bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Dezember 2019 1.002 Menschen in Deutschland über 18 Jahre zum Thema Erste Hilfe befragt. Grafiken zu den Ergebnissen gibt es im TK-Presseportal. Die Erste Hilfe App "TK-RescueMe VR" ist kostenlos bei Google Play und im Apple-Store erhältlich. Kostenlose Infomaterialien zu Aufklärung bietet auch der Deutsche Rat für Wiederbelebung in seinem Onlineauftritt www.grc-org.de.