Düsseldorf, 14. März 2019. In Nordrhein-Westfalen (NRW) war jede bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherte Erwerbsperson (1,25 Millionen) im letzten Jahr durchschnittlich 1,39 Tage wegen Rückenbeschwerden krankgeschrieben – insgesamt sind das über 1,7 Millionen Fehltage. Hochgerechnet auf alle rund 9 Millionen Erwerbspersonen in NRW ergebe das rund 12,5 Millionen Fehltage pro Jahr. Über alle Erkrankungen hinweg blieb in NRW in 2018 jeder Beschäftigte im Schnitt 15,8 Tage krankheitsbedingt vom Arbeitsplatz fern. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 15,5 krankheitsbedingten Fehltagen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse hervor.

"Um diese Krankschreibungen zu vermeiden, brauchen wir auf die Patienten zugeschnittene Angebote. Operationen sollten dabei nur die letzte Konsequenz sein", fordert Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung in NRW. Bei vielen Beschwerden seien konservative Therapien wie Krankengymnastik oder Entspannungsverfahren eine adäquate Alternative. Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass sich Patienten bei geplanten operativen Eingriffen an der Wirbelsäule eine zweite Meinung durch einen unabhängigen Experten einholen. "Für rund 80 Prozent unserer Versicherten, die das TK-Zweitmeinungsverfahren in Anspruch genommen haben, wurde dadurch dauerhaft eine Rücken-OP unnötig", betont Steffens.

Hinweis für die Redaktionen

Bei den Daten handelt es sich um Vorab-Daten aus dem TK-Gesundheitsreport 2019. Für den Gesundheitsreport wertet die TK die Krankschreibungen der derzeit 1,25 Millionen bei der TK in NRW versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die Zahlen des TK-Zweitmeinungsverfahrens basieren auf regelmäßigen Evaluationen des seit 2010 bestehenden Versorgungsangebots bei geplanten Wirbelsäulen-Operationen.

Die Anzahl der erwerbstätigen Personen beruhen auf Angaben der Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW).