Stuttgart, 3. Februar 2022. Trotz der Corona-Pandemie ist der Krankenstand in Baden-Württemberg 2021 gegenüber dem Vorjahr von 3,38 auf 3,21 Prozent weiter gesunken. Damit waren die bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbstätigen im Land deutlich weniger krank als in anderen Bundesländern. Deutschlandweit lag der Krankenstand bei 3,97 Prozent, was einer durchschnittlichen erkrankungsbedingten Fehlzeit von 14,5 Tagen entspricht. Dagegen fehlten die rund 599.000 TK-versicherten Erwerbspersonen aus Baden-Württemberg im Durchschnitt nur 11,7 Tage. 

Hauptgrund sind weniger Erkältungen

Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung: "Fehlzeiten aufgrund der Diagnose Atemwegserkrankung sind in Baden-Württemberg um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das ist der Hauptgrund dafür, dass wir den niedrigsten Krankenstand seit 2012 melden können." Blieben TK-versicherte Erwerbspersonen 2020 noch 2,07 Tage wegen eines Infekts der Atemwege zuhause, waren es 2021 nur noch 1,45 Tage. 

Psychische Diagnosen nehmen weiter zu

Mit 2,51 Fehltagen pro Kopf waren 2021 erneut Psychische und Verhaltensstörungen die Hauptursache für Krankschreibungen in Baden-Württemberg, genauso wie 2019 mit 2,28 Tagen und 2020 mit 2,35 Tagen. Eine jährliche moderate Steigerung der Fehlzeiten aufgrund psychischer Diagnosen seien im Südwesten schon seit mehreren Jahren zu beobachten. Der Anstieg von 2020 auf 2021 falle mit 6,8 Prozent nun aber deutlicher aus als im Vorjahr (3,1 Prozent).

Rücken & Co. auf ähnlichem Niveau

Im Bereich Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen beispielsweise Rückenschmerzen gehören, wurden mit 2,04 Fehltagen etwas weniger Ausfälle gemeldet als im Vorjahr (2,08 Tage). "Auch wenn viele Menschen sich coronabedingt weniger bewegen oder schlechte ergonomische Bedingungen am Heimarbeitsplatz vorfinden, können wir bisher keine Auswirkung auf die Diagnose-Zahlen feststellen", so Mussa.

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus den Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2022. Grundlage dafür bilden die rund 5,5 Millionen bei der TK versicherten Erwerbstätigen (Berufstätige und ALG 1-Empfängerinnen und Empfänger), davon 599.000 mit Wohnsitz in Baden-Württemberg, Stand Januar 2022. 

Der Krankenstand ist eine betriebswirtschaftliche Größe. Darunter versteht man den prozentualen Anteil der Fehltage zur Sollarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund einer Krankschreibung.