Stuttgart, 29. Mai 2020. Während der Corona-Krise ist der Krankenstand in Baden-Württemberg aufgrund von Atemwegserkrankungen erheblich gestiegen. Die Spitze der Krankmeldungen wurde im März erreicht: Während in der 12. Kalenderwoche im vergangenen Jahr 3,8 Prozent der Arbeitnehmer krankgeschrieben waren, waren es im laufenden Jahr 5,7 Prozent (bundesweit 6,8 Prozent). 

Krankmeldungen aufgrund der Diagnose Covid-19-Infektion spielten dabei allerdings eine sehr untergeordnete Rolle. Nur bei rund 0,02 Prozent der Arbeitnehmer ist Covid-19 diagnostiziert worden. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Württemberg hervor. 

Aus Sicht der TK im Südwesten stehen die hohen AU-Daten indirekt dennoch mit der Corona-Pandemie im Zusammenhang. „Aufgrund der bundesweiten Empfehlungen haben im März vermutlich viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter sensibilisiert, bei Erkältungssymptomen lieber nicht ins Büro zu kommen. Daher sind viele Berufstätige offenbar zur Sicherheit zu Hause geblieben, um eine Ansteckung von Arbeitskollegen möglichst zu vermeiden“, sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg.

Bundesweit gab es in diesem Frühjahr zwischen Ende März und Anfang April die höchsten Meldungen von erkrankungsbedingten Arbeitsunfähigkeiten seit Beginn der Gesundheitsberichterstattung der TK im Jahr 2000. 

Nach Einschätzung von Vogt zeigt die Corona-Pandemie, wie hilfreich die Digitalisierung sein kann. "Wir setzen in Zukunft auf die Video-Sprechstunde sowie eine digitale Übermittlung der Krankmeldung und gehen davon aus, dass immer mehr Ärzte diese Möglichkeit auch anbieten werden", betonte Vogt. So könne auch während einer Grippewelle das Risiko einer Ansteckung verringert werden.  

Hinweis für die Redaktion

Für die Sonderauswertung zur den Arbeitsunfähigkeiten im Frühjahr 2020 hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer derzeit rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen, darunter rund 588.0000 Erwerbspersonen aus Baden-Württemberg, von 1. Januar bis Mitte Mai 2020 ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I.