Mainz, 31. Januar 2020. Die Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz verzeichnet für das Jahr 2019 einen Krankenstand von 4,46 Prozent im Bundesland, der damit sechs Prozent über dem bundesweiten Wert liegt. Die rund 244.000 bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz waren durchschnittlich 16,3 Tage krankgeschrieben, fast genauso lange wie im Vorjahr (16,2 Tage).

"Zurückgegangen ist die Zahl der Krankschreibungen, nämlich um 3,5 Prozent auf 1,2 Fälle je Versicherten. Allerdings dauerte eine einzelne Krankschreibung im vergangenen Jahr durchschnittlich 13,6 Tage und somit einen halben Tag länger als im Vorjahr", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Insgesamt registrierte die TK in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr rund 293.000 Krankheitsfälle und fast vier Millionen Fehltage aufgrund von Erkrankungen von Erwerbstätigen.

Rückenschmerzen, psychische Erkrankungen, Atemwegsinfekte

Hauptursache von Krankschreibungen waren in 2019 Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Diagnosen von psychischen Störungen (jeweils drei Tage pro Kopf) sowie Krankheiten des Atmungssystems (2,5 Tage pro Kopf). "Fast  jeder fünfte Fehltag ist bedingt durch Muskel-Skelett-Erkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen. Hier gab es nur eine leichte Steigerung um 0,3 Prozent. Stark zugenommen um acht  Prozent haben jedoch vor allem die AU-Tage aufgrund von psychischen Erkrankungen", erläutert der TK-Landeschef. "Da im vergangenen Jahr die Erkältungswelle relativ mild verlief, haben wir rund neun Prozent weniger Krankschreibungstage aufgrund von Atemwegserkrankungen verzeichnet. Dies hat maßgeblich dazu geführt, dass der Krankenstand auf dem Vorjahresniveau geblieben ist."

Psychische Gesundheit der Mitarbeiter im Blick haben

Die gestiegenen Fehlzeiten wegen psychischen Diagnosen müssten Anlass zum Nachdenken geben, meinte der Kassenchef. "Alleine für Rheinland-Pfalz reden wir von fast 720.000 Krankheitstagen bei TK-versicherten Erwerbstätigen", sagte Simon. Ob die Ursachen dabei eher im familiären oder beruflichen Umfeld lägen, könne man nicht sagen. "Es gibt sicherlich viele Stressoren, aber wichtig ist, dass die Arbeitgeber die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter im Blick haben. So sollte neben gesundheitsfördernden Maßnahmen auch ein wertschätzender, respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern oberstes Gebot sein und das Thema '"Unternehmenskultur" regelmäßig auf der Agenda stehen", rät Simon.
 

Hinweis für die Redaktion:

Die Zahlen stammen aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2020, der im Frühjahr erscheint. Grundlagen bilden 5,3 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen, davon rund 244.000 aus Rheinland-Pfalz. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I.