Mainz, 29. Mai 2020. Ende März erreichte der Krankenstand in Rheinland-Pfalz ein Rekordhoch von 7,2 Prozent. Auch bundesweit wurde in der zwölften Kalenderwoche 2020 ein Höchststand erreicht. In Rheinland-Pfalz lag der Anteil der krankgemeldeten Arbeitnehmer damit aber noch über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,84 Prozent, wie eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt. Zum Vergleich: In 2018 lag der Krankenstand in Rheinland-Pfalz im Vergleichszeitraum bei 5,18 Prozent, 2019 bei 4,92 Prozent. 

Ausschlaggebend für die hohen Werte sind Erkältungskrankheiten. Aufgrund von Husten, Schnupfen und weiteren Erkältungssymptomen ließen sich 2,75 Prozent der Arbeitnehmer krankschreiben. Ende März 2018 lag diese Zahl nur bei 1,42 Prozent und in 2019 bei 0,99 Prozent. Eine Corona-Infektion spielte dabei nur eine marginale Rolle. Nur bei 0,02 Prozent der Arbeitnehmer, das waren etwa 50 TK-Versicherte aus Rheinland-Pfalz, wurde die Diagnose COVID-19 diagnostiziert.

"Anhand der Zahlen lässt sich vermuten, dass viele Krankmeldungen präventiv aufgrund der Corona-Pandemie erfolgten. Die Menschen sind den Empfehlungen gefolgt, bei Erkältungssymptomen zu Hause zu bleiben, um Kollegen und Mitmenschen nicht zu gefährden", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. "Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie hilfreich die Digitalisierung sein kann. Wir setzen in Zukunft auf die Video-Sprechstunde sowie eine digitale Übermittlung der Krankmeldung und gehen davon aus, dass immer mehr Ärzte auch diese Möglichkeit anbieten werden. Dadurch können künftig beispielsweise auch während einer Grippewelle Ansteckungsrisiken minimiert werden", so Simon.

Hinweis für die Redaktion

Für die Sonderauswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer derzeit rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen, darunter rund 247.000 Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz, ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I.