Stuttgart, 13. Mai 2019. Nachdem die Landesärztekammer Baden-Württemberg im Juli 2016 als erste die Fernbehandlung im Rahmen von Modellprojekten möglich gemacht hat, sind inzwischen die meisten Ärztevertretungen diesem Beispiel gefolgt, wie die Techniker Krankenkasse (TK) in Stuttgart bekannt gab.

"Wir freuen uns sehr, dass die erhoffte gesundheitspolitische Signalwirkung durch die Entscheidung der Landesärztekammer und das Modellprojekt docdirekt eingetreten ist, und sowohl die Bundesärztekammer als auch weitere Länderkammern in Sachen Fernbehandlungsverbot nachgezogen sind", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung.

Der Deutsche Ärztetag hat durch eine Neufassung der Berufsordnung vor gut einem Jahr den Weg für die ausschließliche Fernbehandlung von Patientinnen und Patienten geebnet. "Was wir nun brauchen, ist eine bundesweit einheitliche Regelung, die allen einen freien einheitlichen Zugang zur Fernbehandlung ermöglicht", betont der TK-Leiter.

Das Telemedizin-Projekt docdirekt der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) ist nach wie vor einmalig und feierte unlängst seinen ersten Geburtstag. Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen können sich hierzulande per App, online oder telefonisch bei docdirekt melden und sich telemedizinisch beraten und behandeln lassen.

"Die Vorteile der telemedizinischen Fernbehandlung sind offensichtlich: Sie kann eine Antwort auf die Unterversorgung in strukturschwachen Regionen sein und die wenigen dort ansässigen, überlaufenen Arztpraxen entlasten. Mobil eingeschränkte Personen müssen seltener lange Anfahrtswege zum behandelnden Arzt auf sich nehmen", erklärt Vogt. Als nächster Schritt müsse nun schnell die Einführung des e-Rezepts folgen.