Präzisionsmedizin für Kinder und Jugendliche

Mit einem innovativen Vertrag sichert die TK Kindern und Jugendlichen mit wiederauftretendem oder als unheilbar geltendem Krebs die Leistungen dieses neuen Medizinzweigs. Bei den Kindern und Jugendlichen wird dabei das Genom des Tumors analysiert. Anschließend recherchiert die Heidelberger Firma Molecular Health anhand der gewonnenen Daten, welche Therapien bei Patienten mit ähnlichen Genen erfolgreich waren. Auf Basis der Molekularbiologie und neuer Informationstechnologien, "Big Data" und "Algorithmen" verändert Präzisionsmedizin die Perspektive künftiger Versorgung - und das nicht nur im Kampf gegen Krebs.

"Die richtige Medizin zum richtigen Patienten: Mit Präzisionsmedizin verbinden wir die Hoffnung, viele zum Teil unheilbare Krankheiten dank der Fortschritte in der Medizin und mithilfe der Digitalisierung besser bekämpfen zu können. Bislang behandeln wir noch zu oft ins Blaue hinein. Das heißt: Es kommen häufig unnötige und sogar unwirksame Behandlungen zum Einsatz, da wir nicht wissen, welche Therapien konkret beim Patienten anschlagen. Die Kombination aus Gendiagnostik und Big Data-Analysen kann jedoch heute schon zum Beispiel Ärzte dabei unterstützen, eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene und damit am besten geeignete Therapie zu finden. An diesem Ziel müssen wir weiter arbeiten."

Thomas Ballast, stellvertretender TK-Vorstandsvorsitzender

Präzisionsmedizin - Chancen und Risiken

Anfang 2015 haben die USA die Weiterentwicklung der Präzisionsmedizin zur nationalen Aufgabe erklärt. Politische Impulse sind auch in Deutschland wichtig, um den innovativen Behandlungsansatz für unser Gesundheitssystem in Abwägung der Chancen und Risiken zu erschließen. Deshalb hat die TK sich im Rahmen des Fachkongresses "Forum Versorgung" mit den Chancen und Risiken des neues Medizinzweigs befasst. Renommierte Spezialisten wie Professorin Christiane Woopen (Vorsitzende des Europäischen Ethikrats), Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach (Geschäftsführer der Molecular Health GmbH), Professorin Jutta Hübner (Onkologin der Universität Jena), Professor Michael Hummel (Molekularpathologe der Charité Berlin) und Professor Matthias Löhr (Gastroentologe an der schwedischen Karolinska University) diskutierten über die neuesten Entwicklungen in der Präzisionsmedizin. Kontrovers wurde auch der politische Handlungsbedarf identifiziert.

Präsentation von Friedrich von Bohlen zu Situation und Rahmenbedingungen für die Präzisionsmedizin (PDF, 1,1 MB, nicht barrierefrei)

Präsentation von Dr. Andrej Lissat zu Präzisionsmedizin bei Tumorerkrankungen im Kindesalter (PDF, 571 kB, nicht barrierefrei)

Präzisionsmedizin

In der Präzisionsmedizin sollen die Möglichkeiten der Informationstechnologie helfen, um aus der Zusammenführung großer Datenmengen Erkenntnisse für eine zielgerichtete Therapie zu gewinnen. Die Datenmengen resultieren zum einen aus der Vielzahl von Ergebnissen medizinischer Studien und zum anderen aus den immer umfassender werdenden individuellen Befunddaten aus molekularbiologischen Untersuchungen.