Kiel, 2. Februar 2021. Seit Beginn der Pandemie gehen die Menschen in Schleswig-Holstein seltener zur Krebsfrüherkennung. Das berichtet die Techniker Krankenkasse in Schleswig-Holstein (TK) anlässlich des bevorstehenden Weltkrebstags am 4. Februar. 

Demnach haben im ersten Halbjahr 2020 nur 26 Prozent der anspruchsberechtigten Schleswig-Holsteinerinnen die Früherkennungsuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs wahrgenommen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum im Jahr 2019 waren es sechs Prozentpunkte mehr (32 Prozent.)

Auch bei den Männern im Norden, die im Vergleich zu Frauen als "Vorsorgemuffel" gelten,  ging die Zahl noch einmal zurück. Im ersten Halbjahr 2020 ließen sich 11 Prozent der Anspruchsberechtigten Schleswig-Holsteiner auf Prostatakrebs untersuchen. 2019 waren es im selben Zeitraum 2,5 Prozent mehr. 

Sorge vor einer Infektion

"Die Vermutung liegt nahe, dass die Schleswig-Holsteiner aufgrund der Corona-Pandemie die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen meiden oder nach hinten verschieben", bewertet Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, die aktuellen Zahlen. Er betont noch einmal die Wichtigkeit der Krebsfrüherkennung: "Man sollte sich keinesfalls aus Sorge vor einer Covid-19-Infektion davon abhalten lassen, die notwendigen Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen."

Auch Doris Scharrel, Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte in Schleswig-Holstein, berichtet, dass besonders zu Beginn der Pandemie viele Frauenarztpraxen beobachteten, dass langfristig vereinbarte Termine für Früherkennungsuntersuchungen nicht wahrgenommen wurden. "Die Angst vor einer Infektion in der Praxis war trotz aller Hygienemaßnahmen so groß, dass Frauen selbst bei Beschwerden wichtige Untersuchungen wie das Mammografie Screening und die Krebsfrüherkennungsuntersuchung abgesagt oder verschoben haben. Frauen nahmen selbst bei Bestätigung der Praxisteams, dass für die Sicherheit gesorgt sei, die Untersuchungen nicht wahr", so Scharrel.

Die Gynäkologin betont noch einmal, dass alle Frauenarztpraxen in Schleswig-Holstein für eine sichere Behandlung in der Praxis sorgen. Die Praxen sind entsprechend dem Infektionsschutz ausgerüstet und man sorgt durch organisatorische Maßnahmen für geringe Kontaktmöglichkeiten. Das Vertrauen der Frauen für diese Früherkennungsuntersuchungen wieder zu gewinnen, sei jetzt eine wichtige Aufgabe in den Praxen.

Hinweis für die Redaktion

Übersicht , ab welchem Alter welche Krebsfrüherkennungsuntersuchung ansteht.