Freiburg, 13. Januar 2020. 2019 sind deutlich weniger Menschen in Baden-Württemberg an der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) erkrankt als im Vorjahr. Nach aktuellem Stand zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) insgesamt 156 Patienten. 2018 wurden 272 Betroffene gemeldet - nur im Jahr 2006 gab es mit 281 Infizierten noch mehr Erkrankungen im Land. Laut der Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Württemberg sind die Fallzahlen stark von ökologisch-klimatischen Faktoren abhängig.

2018 wurde bundesweiter Rekordwert erreicht

Bundesweit ist die Zahl der Fälle 2019 von 584 auf 440 zurückgegangen. Im Vorjahr war für Deutschland der höchste Wert seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 registriert worden. Mehr als 80 Prozent der Fälle wurden auch im vergangenen Jahr wieder aus Baden-Württemberg und Bayern (202) gemeldet. In den beiden Bundesländern liegen 123 der 142 Kreise in Deutschland, die aktuell als FSME-Risikogebiet ausgewiesen werden. Baden-Württemberg ist fast flächendeckend betroffen, lediglich der Stadtkreis Heilbronn zählt noch nicht dazu.

Digitale Helfer sollen künftig Impfquoten steigern

Die Zahl der FSME-Fälle ist unter anderem abhängig von der Impfrate, der Verbreitung der Zecken im jeweiligen Jahr und der Anzahl der Tage an denen sich die Menschen wetterbedingt draußen aufhalten können. "Die Impfquote liegt laut Schuleingangsuntersuchung knapp über 20 Prozent", so Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg."Wir hoffen, dass künftig mehr Menschen ans regelmäßige Impfen denken. Digitale Helfer können hier gut unterstützen." Mit der elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe hätten Versicherte bereits heute einen guten Überblick über ihre Impfungen.

Am besten jetzt mit Impfen beginnen

Eine Grundimmunisierung mit insgesamt drei Impfungen bietet einen zuverlässigen Langzeitschutz gegen FSME. Da zwischen den Impfungen gewisse Abstände einzuhalten sind, ist jetzt der richtige Zeitpunkt damit zu beginnen: Nach der ersten Basisimpfung vergehen etwa ein bis drei Monate bis zur zweiten Impfung. Erst zwei Wochen nach dieser zweiten Impfung ist ein wirksamer Schutz vorhanden. Durch eine dritte Impfung wird schließlich ein Langzeitschutz aufgebaut, der alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden sollte. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn der Aufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb Deutschlands vorgesehen ist.