Mainz, 28. Oktober 2020. Verglichen mit dem bundesweiten Durchschnitt gehen Rheinland-Pfälzer oft zum Arzt: Mit durchschnittlich 3,3 Arztkontakten je Erwerbsperson lag die Zahl in 2019 um 6,8 Prozent über den deutschlandweiten Ergebnissen. Das ergab eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Entsprechend wurden den Patienten in Rheinland-Pfalz auch 7,2 Prozent mehr verschreibungspflichtige Medikamente verordnet als im bundesweiten Mittel. Jeder Arbeitnehmer erhielt rechnerisch 4,7 Präparate und somit Arzneimittel für 269 Tage.

Besonders häufig verordnet: Kortison, Antibiotika, Blutdrucksenker

Überdurchschnittlich häufig wurden dabei insbesondere Kortisonpräparate (+25,9 %), Antibiotika (+15,9 %), Blutdrucksenker (+15,8 %) sowie Schilddrüsenmedikamente (+15,6 %) verschrieben. Dagegen wurden insbesondere Allergene in deutlich geringerem Umfang (-27,3 %) als im Bundesdurchschnitt verordnet.

Bei vielen Medikamentengruppen über dem Durchschnitt

"Nicht nur im bundesweiten Vergleich, auch im Hinblick auf das Vorjahr wurden in Rheinland-Pfalz zwei Prozent mehr Medikamente verschrieben. Die Zahl der Tagesdosen liegt bei 17 von 20 Medikamentengruppen über dem Durchschnitt. Das ist schon sehr auffällig, aber nicht erklärbar", kommentiert Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz, die Ergebnisse. 

Im vergangenen Jahr hatte die TK in Rheinland-Pfalz für jeden TK-Versicherten 501 Euro für Arzneimittel ausgegeben, 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Hinweis für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2020 wertete die TK Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 5,3 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus, davon 244.000 aus Rheinland-Pfalz. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Der Gesundheitsreport sowie alle Unterlagen zur Pressekonferenz stehen hier zum Download bereit. Landesweite Zahlen und Werte stehen im Gesundheitsreport für Rheinland-Pfalz