Mainz, 12. Juli 2021. Die Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland fühlten sich durch die Corona-Pandemie im bundesweiten Vergleich wenig belastet. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Während des Lockdowns im März dieses Jahres gaben rund ein Drittel (32 Prozent) der Befragten in der Region an, sich durch die Situation stark oder sogar sehr stark belastet zu fühlen. Das ist deutschlandweit der niedrigste Wert (bundesweiter Durchschnitt: 42 Prozent).

Fehlende Kontakte belasten die meisten

Am häufigsten fühlten die Menschen in der Rhein-, Main- und Saar-Region sich durch die Kontaktbeschränkungen belastet: So gaben neun von zehn Befragten an, persönliche Treffen mit Verwandten und Freunden zu vermissen. 55 Prozent belastete die Angst, dass Angehörige oder Freunde an Corona erkranken könnten, und 23 Prozent fürchteten, sich selbst anzustecken.

Wirtschaftliche Sorgen hingegen waren hierzulande eher gering ausgeprägt. So gab es in keiner anderen Region in Deutschland so wenige Befragte, die Sorge hatten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren (vier Prozent in der Region, elf Prozent bundesweit), oder sich vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch fürchteten (34 Prozent in der Region, 44 Prozent bundesweit).

Kita- und Schulschließungen treffen Region weniger 

Auch der Anteil an Familien, die Kita- bzw. Schulschließungen als große Herausforderung empfanden, war hierzulande mit Abstand am geringsten. Während bundesweit 59 Prozent aller Befragten mit Kindern angaben, sich durch die Schließungen stark belastet zu fühlen, waren es in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland nur 30 Prozent.

"Insbesondere für berufstätige Eltern war es eine enorme Herausforderung,  die Kinderbetreuung alleine zuhause stemmen zu müssen", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Frauen hätten dabei offenbar den größeren Anteil getragen. "Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Frauen, die im Home-Office arbeiteten, sich von allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bundesweit am stärksten belastet fühlten."

Krankenstand ist dennoch gesunken

Laut TK-Gesundheitsreport gibt es keine Hinweise darauf, dass sich der allgemeine Gesundheitszustand der Erwerbstätigen verschlechtert hat. Mit 4,4 Prozent lag der Krankenstand in Rheinland-Pfalz letztes Jahr sogar etwas niedriger als 2019 (4,46 Prozent). Statistisch gesehen war jede Erwerbsperson im Bundesland damit 16,1 Tage krankgeschrieben (2019: 16,3 Tage).

Leicht zugenommen haben hingegen die Arzneimittelverordnungen. So bekam jede rheinland-pfälzische TK-versicherte Erwerbsperson letztes Jahr 275 Tagesdosen verschrieben - rund zwei Prozent mehr als noch im Vorjahr (269 Tagesdosen) und rund sieben Prozent mehr als im bundesweiten Durchschnitt (256 Tagesdosen). Am häufigsten wurden in Rheinland-Pfalz letztes Jahr Herzkreislaufmedikamente verschrieben (108 Tagesdosen), gefolgt von Medikamenten für das alimentäre (die Ernährung betreffende) System und den Stoffwechsel (36 Tagesdosen) und systemischen Hormonpräparaten (29 Tagesdosen).   

Hinweise für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Arzneimittelverordnungen ihrer 5,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. Davon leben rund 250.000 in Rheinland-Pfalz. Als erwerbstätige Versicherte zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Den vollständigen Report und weitere Materialien finden Sie in der digitalen Pressemappe .  

Zu ihrer Belastung durch die Pandemie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im März 2021 bundesweit 1.000 Erwachsene befragt. Die Befragten repräsentieren einen Querschnitt der volljährigen Bevölkerung in Deutschland.