München, 10. September 2020. Zwölf Prozent der Bayern haben mehrmals in der Woche Kopfschmerzen. Das ist der höchste Wert in Deutschland und fast doppelt so hoch wie im Bundesvergleich (sieben Prozent). Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Auch die Anzahl der Betroffenen von Migräneattacken ist im Freistaat am höchsten. "Jeder fünfte Bayer litt in den vergangenen zwölf Monaten einmal oder mehrmals an Migräne. Im Bundesschnitt war es nur jeder Sechste", erklärt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern zum Europäischen Kopfschmerz- und Migränetag.

Bayern setzen auf frische Luft und selten auf Medikamente

Bei den Medikamenten dagegen ist die Lage in Bayern genau umgekehrt. Nur elf Prozent der Kopfschmerzgeplagten im Freistaat greifen schnell zur Tablette. Das ist bundesweit der niedrigste Wert. Deutschlandweit sind es mit 21 Prozent fast doppelt so viele.

Neun von zehn Bayern warten möglichst lange mit der Einnahme von Medikamenten und sorgen erst einmal für frische Luft. Fast genauso viele (86 Prozent) versuchen mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Bredl: "Das sind sinnvolle Akutmaßnahmen. Es zeigt auch, dass die Bayern sehr verantwortungsvoll mit Schmerzmitteln umgehen." Laut dem bayerischen TK-Chef haben gerade diese Präparate ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Sie sollten nur in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt verwendet werden.

Digitale Anwendungen helfen Kopfschmerzgeplagten

Digitale Lösungen wie die spezielle Migräne-App können Betroffene ebenfalls unterstützen. Studienergebnisse zeigen, dass Nutzer dieser App der TK rund drei Tage im Monat weniger an Kopfschmerzen und Migräne leiden als Betroffene ohne App. Neben dem digitalen Kopfschmerztagebuch werden beispielsweise mögliche Auslösefaktoren wie Wetterdaten automatisch hinzugefügt. 

"Das häufige Föhnwetter in Südbayern mit Fallwinden und starken Temperaturunterschieden kann für manche Menschen belastend sein. Werden die Zusammenhänge sichtbar, können die Betroffenen Migräne-Attacken besser vorbeugen", sagt Bredl. Die App können auch Versicherte anderer Kassen nutzen. Der Download ist kostenlos im App Store oder bei Google Play.

Hinweis für die Redaktion

Die Forsa-Umfrage unter 1.001 Befragten zum Kopfschmerzreport wurde im Auftrag der TK im Frühjahr 2020 durchgeführt.