Stuttgart, 25. Juli 2019. Angesichts der jüngsten Hilferufe von Ärzten, die den "Zusammenbruch der hausärztlichen Grundversorgung" beklagen, haben der Hausärzteverband Baden-Württemberg, der Ärzteverbund MEDI Baden-Württemberg und die Techniker Krankenkasse (TK) in einer gemeinsamen Pressemitteilung darauf gedrängt, mehr Anstrengungen zu unternehmen, um  Ärzte für eine Niederlassung in ländlichen Regionen zu motivieren. Das gelte sowohl für Haus- als auch für Fachärzte.

Zwar gebe es in Baden-Württemberg bereits viele Projekte zur Förderung der Niederlassung wie etwa die Initiative "Ziel und Zukunft" der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) oder das Landarzt-Förderprogramm des Sozialministeriums, die auch durchaus erfolgreich seien. Darüber hinaus seien aber neue Ideen und innovative Konzepte gefragt, um insbesondere Studierende der Medizin für eine Tätigkeit als Landarzt zu gewinnen.

Ein gutes Beispiel dafür ist nach Einschätzung des Hausärzteverbandes die TK-DocTour der Techniker Krankenkasse. Die TK-Landesvertretung ist derzeit mit zwölf Nachwuchsmedizinern unter der Devise "Smart am Start als Landarzt 4.0" unterwegs in Baden-Württemberg. Auf dem Tourplan stehen neben vielfältigen Informationen zum Thema Praxisgründung auch mehrere Praxisbesuche, bei denen sich die Teilnehmer direkt mit niedergelassenen Ärzten austauschen können.

"Seit mehreren Jahren zeigt die TK jungen Medizinerinnen und Medizinern mit einer informativen Fahrt durch Baden-Württemberg die vielfältigen Chancen und Perspektiven, die mit einer hausärztlichen Tätigkeit auf dem Land verbunden sind. Für dieses regionale Engagement der TK bedanke ich mich ausdrücklich", betonte Dr. Berthold Dietsche, erster Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. Sein Verband habe die TK von Beginn an bei der Tour unterstützt. Das gilt auch für die Nachwuchsinitiative des Hausarztverbandes "Perspektive Hausarzt Baden-Württemberg". Sie hat sich zum Ziel gesetzt, jungen Ärzten zu zeigen, dass Hausarzt ein Beruf mit Zukunft ist.  

Aus Sicht der Ärzteorganisation MEDI fehlen in ländlichen Regionen nicht nur Hausärzte. "Der Mangel an Ärztinnen und Ärzten auf dem Land betrifft zunehmend auch die fachärztliche Versorgung", sagte Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg. "Daher begrüßen wir es sehr, dass die TK mit ihrer DocTour nicht nur für mehr Hausärzte auf dem Land wirbt, sondern in den letzten Jahren zunehmend auch die fachärztliche Versorgung in Baden-Württemberg in den Blick nimmt."  

Nach Einschätzung der TK wird der Landarzt als Folge der Digitalisierung noch mehr als heute eine Schlüsselrolle im Gesundheitswesen einnehmen. "Neue Entwicklungen wie die Telemedizin machen den Landarzt nicht überflüssig, sondern geben ihm neue Hilfsmittel an die Hand. Das möchten wir den Studierenden während der Tour vermitteln" erläuterte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg.